Kritik zu Happy Ending

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Die dänische Drehbuchautorin Mette Heeno erzählt die Geschichte ihrer Eltern, die sich nach fast 50 Jahren scheiden ließen. Hella Joof inszeniert sie als charmante Komödie ohne Überraschungen

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Filme übers Älterwerden, über die Trennungen entfremdeter Paare und die darauf folgenden Befreiungsschläge sind inzwischen fast zu einem eigenen Genre geworden. Dazu gehört spätestens seit Andreas Dresens »Wolke 9« von 2008 die Darstellung eines aktiven und ausgefüllten Sexlebens in all seiner faltigen Realität. So auch in der dänischen Komödie »Happy Ending«, für die sich die Drehbuchautorin Mette Heeno von der Geschichte ihrer Eltern inspirieren ließ. Um die 70 hatten die sich nach fast 50-jähriger Beziehung scheiden lassen. Hella Joof inszeniert dies als romantische Komödie, bitterböse Emanzipationsgeschichte und ungewöhnliches Coming-out-Drama. Allerdings fügt sie dem bisher Erzählten kaum etwas Neues hinzu.

Peter (Kurt Ravn) also wird mit über 70 aus der Firma herauskomplimentiert. Auf dem Heimweg von der Abschiedsfeier beginnt Helle (Birthe Neumann) Pläne zu schmieden: Durch die Welt reisen wie damals, als sie jung waren. Dieses Mal nur Luxus-Ressort statt Rucksacktour. Doch Peter hat ganz andere Pläne. Alle Ersparnisse hat er in eine Beteiligung an einem österreichischen Weingut gesteckt. Und nicht nur das. Erst spricht er von einer Pause von der Ehe, wenig später will er die Scheidung. Helle, die Eheroutine, sind ihm langweilig geworden.

Schon treten klassische Rollenbilder zutage: Helle hat sich über Jahrzehnte um den Garten gekümmert, das geschmackvoll eingerichtete Haus, die einzige Tochter Nanna (Rikke Bilde) großgezogen. Mehr Kinder wollte Peter nicht, er bestimmte ihr Leben. Umso tiefer ist das Loch, in das sie fällt, während Peter einen alten Porsche kauft und sich im Datingportal um gute zehn Jahre jünger macht. Doch nach und nach beginnt Helle, sich von ihrem alten Leben zu emanzipieren auch dank der attraktiven, selbstbewussten Trine (Charlotte Sieling). Da kehrt, wie sollte es anders sein, Peter geläutert zurück.

Mal witzig-satirisch, mal melancholisch aber vor allem in allzu perfekt inszenierten Bildern zeichnet Joof die Beziehung dieses Paares und ihren Status quo nach, ohne allerdings aufzuzeigen, wie es zu der Entfremdung der beiden Menschen gekommen ist. Ihre Freunde scheinen es alle besser gemacht zu haben.

Natürlich ist ein solches Auseinanderleben in der Regel ein schleichender Prozess, Probleme werden totgeschwiegen oder fallen unter den Tisch, bis sie zur Normalität geworden sind. Doch mit Ausnahme weniger Details bleibt der Film an der Oberfläche und eindimensional. Die Regisseurin vertraut auf ihren liebevollen und zugleich amüsiert-ehrlichen Blick auf ihre Elterngeneration. Das großartige Ensemble hilft ihr dabei. Irgendwann nimmt die Geschichte dann doch noch eine überraschende Wendung. So ist »Happy Ending« einmal mehr ein Film über die »neuen jungen Alten«, die selbstbewusst neue Wege beschreiten, sich ihres Körpers und ihrer Sexualität nicht schämen. Das ist gut, aber nicht neu.

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