Kritik zu Der Womanizer

© Warner Bros. Pictures

2009
Original-Titel: 
Ghost of Girlfirends Past
Filmstart in Deutschland: 
28.05.2009
L: 
99 Min
FSK: 
12

Nach seinem Geister-Liebesfilm »Solange du da bist« lässt Mark Waters in seiner neuen Komödie mit Matthew McConaughey abermals weibliche Geister in Aktion treten

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Einst galt Matthew McConaughey, 1993 in Richard Linklaters »Dazed and Confused« aufgefallen und in John Sayles' »Lone Star« gefeiert, als kommender Charakterdarsteller. Doch vielleicht sah er einfach zu gut aus: Seit Jahren gibt er in lahmen Romanzen nur noch den Errol Flynn für Arme. Der vorläufige Tiefpunkt ist seine neue Komödie, von Dickens Moralmärchen »A Christmas Carol« inspiriert und so öde, wie es der Titel verheißt.

McConaughey spielt den Starfotografen und Playboy Connor, der auf der Hochzeit seines Bruders vom Glück der Monogamie überzeugt werden muss. Als er durch sein betrunkenes Räsonieren über die Ehe die Feier sabotiert, schreitet aus dem Jenseits sein Ziehvater und Vorbild Onkel Wayne ein. Begleitet von Geistern früherer (noch lebender) Gespielinnen muss der Zyniker in seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft blicken. Der rote Faden ist die Beziehung zu seiner großen Liebe Jenny, gespielt von der aufs Liebsein und Vernünfteln reduzierten Jennifer Garner. Mark Waters, Schöpfer quecksilbriger Späße wie »Freaky Friday« und »Girl’s Club«, bekommt diesmal trotz zündender Pointen und Nebendarsteller nicht genug Witze zusammen, um die Vorhersehbarkeit und aufgesetzte Moral der Geschichte zu versüßen. Das mag an der unscharfen Zielgruppe liegen: Zwar ist für ein Frauenpublikum die Idee, zu Lebzeiten einem fiesen Typ mit einem Geister-Double heimzuleuchten, bestechend, wenn auch recht morbide. Leider baut die Komödie mögliche Quälszenarien nicht aus, sondern scheint eher das Wunschdenken eventueller männlicher Begleiter der Kinogängerinnen im Blick zu haben. Das heißt, der Film zeichnet das Schwerenöterdasein in so leuchtenden Klischees, dass man trotz Connors angeblich dräuender Alterseinsamkeit nicht begreift, warum er sich ändern soll. Schließlich fielen Onkel Wayne (der geliftete Michael Douglas) noch in gesetztem Alter die jungen Damen wie Fallobst vor die Füße. Da hat auch McConaughey, obwohl schon auf dem schmalen Grat zwischen Hedonist und Desperado balancierend, noch ein paar gute Jahre vor sich.

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