Kritik zu Berlin, Berlin

© Constantin Film

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Was heißt hier Berlin? Nach einer abgebrochenen Hochzeit und einer überdrehten Panikfahrt durch die Hauptstadt, die erstaunlich schnell vor einem von Detlev Buck gespielten Schnellrichter endet, verabschiedet sich der Film schnell in den Harz. Bei Antritt der 40 Sozialstunden, die Lollo (Franziska Woll) in einer Schule absolvieren soll, lernt sie Dana (Janina Uhse) kennen, die auf andere Weise mit Beziehungstrümmern ringt. Aus unerklärlichen Gründen, verpasst sie Lollo K.O.-Tropfen, als diese aufwacht sitzt sie unter den strengen Augen eines Polizisten im gestohlenen Auto in der Pampa. Auf der anschließenden Flucht zurück in die Zivilisation werden die beiden Frauen auf buddy movie-Kurs mit allerlei unwahrscheinlichen Menschengruppierungen konfrontiert, eine finstere, von Armin Rohde angeführte Crystal Meth-Bande und eine fröhliche Hippieaussteigerkolonie. Verfolgt werden sie von den beiden, besorgt zur Rettung eilenden Rivalen um Lollos Liebe, ihrem ewigen Ex Sven (Jan Sosniok) und ihrem Beinahe-Ehemann Hart (Matthias Klimsa). Und wenn Hart dann einen von Svens Vorschlägen mit dem Satz abbügelt, er habe wohl zu viele schlechte Filme gesehen, fragt man sich resigniert, ob er damit nicht doch eher die Drehbuchautoren und die Regisseurin von »Berlin, Berlin – Der Film« gemeint hat.

Aber womöglich ist die dringendere Frage ohnehin die, warum 15 Jahre nach dem Ende der erfolgreichen ARD-Serie über beziehungsverwirrte Twentysomethings noch ein Kinofilm nachgelegt werden sollte. Der jugendliche Charme ist dahin und wurde nicht durch erwachsene Substanz ersetzt. Über das profunde Fehlen glaubhafter Plot- und Charakterentwicklungen und wirklich origineller Inszenierungsideen von Franziska Meyer Price (die bereits bei rund der Hälfte der Serienfolgen Regie geführt hat) können oberflächliche Ablenkungen wie das hektische Gezappel durch deutsche Lande, ein paar schillernde Cameo-Auftritte von Detlev Buck oder Christian Tramitz, bemühte Splitcreen-Beschleunigungen und die von der Serie übernommenen Animationseinsprengsel jedenfalls nicht hinwegtäuschen.

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