Kritik zu Bedtime Stories

© Walt Disney

2008
Original-Titel: 
Bedtime Stories
Filmstart in Deutschland: 
25.12.2008
L: 
108 Min
FSK: 
keine Beschränkung

Ist Adam Sandler an sich schon komisch? Oder braucht es doch ein Drehbuch? In der neuen Weihnachtskomödie von Disney spielt Sandler einen Hotelfachangestellten, der zwei aufgeweckte Kinder betreuen muss – und Geschichten für sie erfindet

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Braucht man wirklich Filme, die Gutenachtgeschichten lediglich bebildern und die so einschläfernd sind, dass man im Kino am liebsten ein Nickerchen halten würde? Überraschend bieder kommt der neue Disney-Weihnachtsfilm daher – er kann sich kaum entscheiden, ob er eher den Kindern gefallen will mit seinen hübsch ausgeschmückten Geschichten oder den Erwachsenen mit der Story vom korrupten Hotelbesitzer und der Zwietracht zwischen fiesem Emporkömmling und Skeeter, dem Daueranwärter auf den Leitungsposten fürs Hotelmanagement (Adam Sandler). Die Idee ist ja eigentlich ganz witzig: Onkel Skeeter muss ein paar Tage auf seine süße Nichte und ihren ebenso liebenswerten Bruder aufpassen, wozu er sich überhaupt nicht berufen fühlt. Die klassische Konstellation für eine Komödie: Man hasst sich zunächst und nähert sich dann über diverse Kämpfe einander an. Nun gut, der nette Onkel erfindet spannende Geschichten, um die Kinder ins Bett zu kriegen. Und siehe da – sie sind begeistert, nicht nur von ihm, sondern auch von den hanebüchenen Storys, die er sich ausdenkt. Dann stellt Skeeter fest, dass die Geschichten am Tag darauf zumindest ansatzweise wahr werden, aber bis er begreift, dass es nur die Teile sind, die die Kinder dazuerfinden, vergeht einige Zeit. Und nun ist der Gute natürlich nicht mehr zu halten und legt den Kleinen Wendungen in den Mund, die bald seine komplette Lebensplanung verändern werden.

Natürlich geht es dabei um seinen Traumjob, seine Traumfrau, sein Traumauto. Aber das Ganze zündet nicht. Adam Sandler an sich ist ja noch nicht komisch; die Diskrepanz, die sich zwischen seiner physischen Präsenz und dem Charakter ergibt, ist nicht groß genug, als dass sie lachhaft wäre. Auch wenn ihn eine Biene in den Mund sticht und er mit dicker Zunge nur unverständliches Zeug nuschelt, ist es nicht anrührend oder annähernd amüsant. Das mag auch daran liegen, dass die Story keinen wirklichen Drive aufnimmt. Es sind eher einzelne Szenen, die aneinandergereiht sind. Dass der große komödiantische Bogen fehlt – das machen auch die eingestreuten Wortwitze nicht wett.

Die computertechnische Ausstattung hat dagegen eine sehr großen Platz eingenommen; die Geschichten von Skeeter, die mal im Wilden Westen, mal im antiken Griechenland, dann wieder im Weltall spielen, sind sehr aufwendig produziert und durchaus actionreich und sehenswert. Aber lediglich Genres wie Science Fiction oder den Sandalenfilm zu persiflieren reicht nicht, um die Zuschauer bei den »Bedtime Stories« zu halten und mitfiebern zu lassen.

Adam Sandler wächst uns in seiner Rolle nicht genug ans Herz, als dass man über die eine oder andere fatale Wendung im Leben seiner Figur bestürzt sein könnte. Was wirklich ganz amüsant ist, sind die Kinder mit ihrem Meerschweinchen, das sie überallhin mitnehmen, als Running Gag, und das sehr außergewöhnliche Dinge kann: wie sich selbst zudecken oder eine Glocke läuten. Aber vielleicht haben wir was falsch verstanden, und der Film wollte gar nicht komisch sein, sondern wirklich nur: beruhigend wirken.

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