Filmkritiken
Woche vom 01.07.2026
Ana-Felici Scutelnicu erzählt anhand einer auseinanderfallenden Intelligenzija-Familie von der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase in Moldova. Ein Film voll authentischer Details, gelebten Erfahrungen und gedreht in überraschend zeitakkurater Kulisse.
Der Film fiktionalisiert die Ereignisse rund um die Seenotrettungs-NGO »Jugend Rettet« und ihr Rettungsschiff Iuventa, das nach mehreren Missionen auf dem Mittelmeer von den italienischen Behörden beschlagnahmt wurde. Markus Goller gießt die Ereignisse und den Idealismus in einen überaffirmativen Film, der der Komplexität des Themas nicht gerecht wird.
Der erste, in mehrfacher Hinsicht vielstimmige Spielfilm des Dokumentarfilmregisseurs Daniel Roher wechselt die Genres so fließend wie ein virtuoser Musiker die Tonlagen. Es beginnt als liebenswert verspielte Buddy-Komödie über den Arbeitsalltag zweier New Yorker Klavier-Stimmer, geht fließend in eine romantische Liebesgeschichte über, die wiederum von einem Heist-Thriller wird.
Aleksandre Koberidze erzählt von einem Vater auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter. Sein Roadtrip zu lauter ländlichen Fußballplätzen Georgiens ergibt jedoch kein typisches Road Movie mit tollen Landschaftspanoramen: Gedreht auf einem Handy von 2008 ist der Film ein hintersinnig-vertracktes Spiel mit der Wahrnehmung und unseren Erwartungen, wunderbar ironisch und poetisch.



