Aktuelles
31.07.2026
Welcher ist besser? »Terminator« oder »T2«? Ab 4. August im Direktvergleich auf der großen Leinwand.
20.07.2026
Auf anspruchsvolle Rollen als Schauspielerin ist Jessica Chastain schon ihre ganze, mit Regisseuren wie Terrence Malick und Ralph Fiennes begonnene Karriere über spezialisiert. Seit geraumer Zeit treibt sie nun solche Projekte auch als Produzentin voran. Ihr neuester Streich in der Doppelfunktion vor und hinter der Kamera ist nun das politisch aufgeladene Beziehungsdrama »Dreams – Gefährliches Verlangen« von Michel Franco.
16.07.2026
Lange waren seine Filme wegen strittiger Rechte unsichtbar. Nun wurden sie restauriert: ein Werk von faszinierender, abgründiger Intimität. Gerhard Midding über einen großen Solitär im französischen Kino.
28.06.2026
Isao Takahata schuf 1988 einen herzzerreißenden Anime über das Leid von Kindern im Krieg.






Molière auf dem Fahrrad
Ein abgedrehter Titel für einen abgedrehten Film und eine überschaubare Zielgruppe. Der große Molière hat von Haus aus mit dem Fahrrad so viel zu tun wie Taube mit Schwerhörigkeit.
Zwei Freunde Serge (Fabrice Luchini, auch Drehbuch) und Gautier (Lambert Wilson) kennen sich von früher, haben sich aus den Augen verloren, treffen sich auf der Ile de Ré und versuchen durch Leseproben Molières Menschfeind bühnenreif zu machen. Gautier muss Serge immer wieder überreden. Die Proben sind der rote Faden des Films, ebenso wie die häufigen Fahrradtouren. (Originaltitel!) Dabei fließen die Dialoge von der latenten Animosität der beiden in der momentanen Situation in den Text von Molière über. Gautier ist ein erfolgreicher TV Star, den jeder kennt. Er prügelt sich mit dem Taxifahrer (Stéphan Wojtowicz) auf dem Marktplatz, weil der ihm Hilfe zugesagt hatte, die Freunde verlieben sich in die Maklerin Francesca (Maya Sansa) und geben dem Nachwuchssternchen Zoé (Laurie Bordesoules) Tipps für eine Filmkarriere als Pornostar. Der Kick ist, dass beide abwechselnd Alcestes Rolle übernehmen (Originaltitel). Als die Verträge unter Dach und Fach sind, kommt es auf einer Party zum Streit zwischen Serge und Gautier und damit zum endgültigen Bruch der beiden, weil Serge darauf besteht den Alceste immer zu spielen und das Wechselspiel zu beenden.
Als Finale spielt Gautier auf der Bühne den Menschfeind und hat einen Hänger, während Serge am Strand sitzt und Molière zitiert ‘Es sind die Menschen, die die wahren Wölfe sind.‘ Nette Idee, amüsant gemacht für Literaturliebhaber. Der Versuch durch das Drumherum ‘Butter bei die Fische zu bekommen‘ ist aber nur suboptimal gelungen.