Aktuelles
07.09.2026
Beim Filmfest in Venedig empfehlen sich symbiotische Zwillinge, exzentrische CIA-Agenten und ein überraschend authentischer Blick in eine psychiatrische Jungendabteilung für Preise. Und Oasis retten die Welt.
05.09.2026
John Woo gilt als prägende Regiepersönlichkeit des modernen Hongkongkinos. Marcus Stiglegger über den »Maverick Director«, der sich selbst im Studiosystem Hollywoods einen unverwechselbaren Stil bewahrte.
01.09.2026
Am 2. September werden die 83. Filmfestspiele von Venedig eröffnet. Das Programm verheiratet einmal mehr Kinoprominenz und internationales Autorenkino. Oasis kommen auch.
19.08.2026
Werner Enke prägte mit »Zur Sache, Schätzchen« und seinem anarchischen Humor das Lebensgefühl einer Generation. Ein Rückblick auf den Schauspieler, Sprachkünstler und das unangepasste Kino der Münchner Gruppe.







Kästners Fabian
Der Film von Dominik Graf fällt in zwei Teile. Im ersten Teil produziert der Schnitt sehr schnelle Szenenwechsel, die den Zuschauer in das sündige Leben der Bohemme, aber auch der Kleinbürger Ende der Zwanziger Jahre Berlins hineinzieht. Die Handlung bleibt bruchstückhaft. Und Fabian taumelt von einem Ereignis in das nächste. Der zweite Teil ist dann viel langsamer erzählt und entwickelt den Konflikt zwischen Cornelia und Fabian. Die Liebe scheitert an den ökonomischen Zwängen, denen sich Cornelia unterwirft. Fabian bleibt eine Randfigur. Er unterscheidet sich von dem gierigen, geilen Egoismus seiner Umwelt. Er behält seine moralische Integrität, die in zum Schluss ironischerweise in den Tod führt, als er als Nichtschwimmer den Jungen, der von der Brücke springt, reten will, selbst ertrinkt. Während der Junge sich selbst retten kann. Er kann schwimmen. Fabian nicht. Und Cornelia nun täglich in das gemeinsame Lieblingscafe geht und dort auf Fabian wartet, der tot ist, was sie nie erfahren wird.
Ich fand die Problematik der Liebesbeziehung zwischen Fabian und Cornelia gut dargestellt. Inwiefern es der sich ausbreitende Nationalsozialismus ist, der Fabian vernichted, kann ich nicht sagen. Das Zerstörungswerk einer menschlichen Haltung durch den Faschismus wird für mich am stärksten im Selbstmord von Stephan Labude und Fabians dramatischer Intervention bei dessen Doktorvater deutlich, als der Professor vor den Nazi-Studenten einknickt.
Gestört hat mich die Erzählstimme im Off, die so traditionell wirkte und nicht zum Film passte.