Rodrigo Martirena

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An der moralischen Verderbtheit der dysfunktionalen Familie im Zentrum des Films besteht kein Zweifel - Regisseur Karim Aïnouz möchte die Keimzelle der Gesellschaft ebenso vorführen wie menschliche Triebhaftigkeit und Geldgier. Im Rachen bleibt allerdings der gallige Nachgeschmack einer dekadenten Party. Denn Aïnouz ignoriert dabei die Liebe zu seinen Figuren.
Der Film folgt als »tropisches Melodrama« dem Schicksal zweier Schwestern im Rio de Janeiro der 50er Jahre. Dank gekonnter Inszenierung und exzellenter Hauptdarstellerinnen entsteht ein nahezu perfekter Genreeintrag, der eine überzeugende Balance zwischen Drastik und Ambivalenz findet: »Die Sehnsucht der Schwestern Gusmão«