Georg Seeßlen

Filmkritiken von Georg Seeßlen

Eine blinde Ostheopatin erweicht in Silvio Soldinis Film »Die verborgenen Farben der Dinge« einen ichbezogenen Werbefachmann. Filmische Eleganz und glaubwürdiges Spiel von Valeria Golino werden von einer unnötigen Schwere zurückgehalten
Auf Sardinien kämpfen Adoptivmutter und leibliche Mutter um die Gunst der Tochter. Laura Bispuri zeigt eine weibliche Befreiungsgeschichte, »Meine Tochter – Figlia Mia« ist gleichsam ausgereiztes Melodram und magischer Inselfilm
Felix Möller befragt in seiner essayistischen Dokumentation »Sympathisanten – Unser Deutscher Herbst« Zeitzeugen über den so dubiosen wie komplexen Begriff der bundesrepublikanischen Geschichte
Was sind die Etikette »Nachhaltigkeit« und »Natürlichkeit« beim Einkauf wert? Werner Boote recherchiert Fakten, sammelt Argumente und bringt das Recherchierte in einen größeren Zusammenhang – und erhöht damit die Chance, vielleicht doch einen aufklärerischen Effekt zu erzielen, der über die bereits Überzeugten hinaus geht: »Die grüne Lüge«
Der Untergang einer Bauunternehmersfamilie, von Michael Haneke als raffiniertes Spiel mit Verweisen aufs eigene Werk inszeniert: »Happy End« ist unerbittlich wie immer, aber farcenhaft leicht wie noch nie
Ulrich Seidl filmt Menschen, die sich in ihren Kellern ihre eigene Welt geschaffen haben. Wie immer bei Seidl heißt es für die Protagonisten, dass sie die Zuschauer, und für den Zuschauer, dass sie die Protagonisten aushalten müssen
Mit intimistischem Blick schildert Steven Soderbergh in »Liberace« die homophobe und prüde Gesellschaft aus einem Innenraum heraus und spiegelt so einmal mehr Sex, Lügen und Bilder
Was Sie schon immer über die ruinösen Mechanismen des Bankbusiness wissen wollten: J.C. Chandors Thriller »Der große Crash – Margin Call« zeigt das verhängnisvolle Zusammenspiel von Karrieresucht, Luxus, Zynismus und Restskrupeln
Oskar Roehler wechselt in seinem Film über den Jud-Süss-Darsteller Ferdinand Marian zwischen Biografie und Sinnbild, Zeitbild und surrealistischem Phantasma und riskiert dabei etwas, was vielleicht nicht immer gelingt, aber auf jeden Fall die Auseinandersetzung lohnt
Es gibt längst härtere, komischere, genauere, kunstvollere und ekligere Zombiefilme als die des »Meisters« George A. Romero. Trotzdem ist »Survival of the Dead« viel interessanter, als der bloße Genreblick das offenbart

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Kann die Heldin in »Styx« etwas für die Flüchtlinge tun, auf die sie bei einem abenteuerlichen Atlantiktörn stößt? Durfte die Richterin in »Kindeswohl« einem todkranken Jungen das Leben gegen seinen Willen retten? Die aktuellen Filme sind mit großen ­Fragen befasst: nach der Moral des Einzelnen und der Gesellschaft. Kleine Skizze zur kinematographischen Ethik
Tipp
Geschrieben wurde schon viel über Gérard Depardieu. Aber so etwas hat es noch nicht gegeben: ein Comicporträt. Fünf Jahre lang hat der französische Zeichner Mathieu Sapin den Schauspieler ­begleitet – vor allem auf Reisen
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»Neger«? Geht nicht! Und das ist gut so. Trotzdem darf man »Vom Winde verweht« noch gucken. Georg Seeßlen über die Verdienste und Fehlleistungen der PC-Debatte
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Steven Spielberg hat den Bestseller »Ready Player One« verfilmt: einen futuristischen Gamer-Roman, der die Kultur der Achtziger feiert. Georg Seeßlen über die Kinder von Max Headroom und den Space Invaders
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Er ist kein Superheld von der Stange, sondern Chef eines eigenen Staats: Marvels Black Panther. Georg Seeßlen über den Mix aus Politik und schwarzer Popkultur, der hinter der Figur steckt
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Das Internetportal »Übermedien« und der Publizist Georg Seeßlen erhalten in diesem Jahr den Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik. Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali erhält eine besondere Ehrung für ihr Engagement gegen Hatespeech und Diskriminierung
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Uropas Kino lebt. Aspekte des Neo-Ufa-Stils am Beispiel neuerer Filme
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Die Ufa hat in 100 Jahren drei politische Systeme überdauert. Sie wirft einen langen Schatten. Georg Seeßlen fragt, wie viel Ufa noch heute im deutschen Film steckt
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Lang hat es gedauert: Im Oktober kommt »Blade Runner 2049« ins Kino, die Fortsetzung eines der einflussreichsten Science-Fiction-Filme der postklassischen Ära. ­Georg Seeßlen hat sich das Original von Ridley Scott wieder angeschaut