Paramount+: »Dutton Ranch«

»Dutton Ranch« (Staffel 1, 2026). © Paramount Pictures

© Paramount Pictures

In der Fortsetzung von »Yellowstone« ziehen Beth und Rip nach Texas, um dort ihre eigene Ranch zu gründen

Am Ende der letzten »Yellowstone«-Staffel waren die wenigen Überlebenden bereit oder sogar froh, die riesige Ranch hinter sich zu lassen. Während Kayce, der jüngste Sohn von John Dutton, in der Serie »Marshals« weiterlebt, ziehen nun auch Beth Dutton und Rip Wheeler weiter, um eine eigene kleine Rinderranch zu führen. In der ersten Folge reiten sie aus und versichern sich gegenseitig, wie glücklich und frei sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben fühlen. Kaum fünf Minuten später ist es mit dem Glück vorbei, als Beth und Rip unsanft aus ihrem Outdoorschlaf geweckt werden, von einer in der Ferne rot flackernden Feuerwand. Wenig später ist klar: Sie müssen zusammen mit ihrem Ziehsohn Carter noch mal ganz neu anfangen, ziehen also vom bergigen Montana ins südliche Texas, wo sie von einer verwitweten Besitzerin eine Traditionsranch mit Black-Angus-Rindern übernehmen. »I miss waking up to the mountains«, sagt Rip einmal mit Blick auf die flache Weite des Landes.

Den neuen »Yellowstone«-Ableger hat Chad Feehan erschaffen, der als Autor schon für einige originelle Serien verantwortlich war wie »Banshee«, »Ray Donovan« und die bereits für Taylor Sheridan entwickelte Miniserie »Lawmen: Bass Reeves« über den ersten schwarzen U.S. Marshal westlich des Mississippi. Gewiss keine leichte Aufgabe, direkt ans »letzte große Mainstream-Lagerfeuer der amerikanischen Unterhaltungsindustrie« (SZ) anzuknüpfen. Während sich die Serie zunächst mehr Zeit für den Alltag im Stall und auf den Weiden nimmt, knüpft sie an Rips Zeiten als Vormann der »Yellowstone«-Ranch an. Wie damals rekrutiert er die neuen Cowboys unter entlassenen Häftlingen und findet bald auch einen Ort, an dem sich eine Leiche entsorgen lässt. Beth freundet sich mit dem für die Serie kostbar bedächtigen Veterinärarzt (Ed Harris) an und findet in der mächtigen Viehbaronin Beulah Jackson, die Politik und Geschäft der Gegend in ähnlicher Weise regiert wie einst John Dutton in Montana, eine würdige Gegnerin und bald auch Komplizin. Annette Bening spielt sie als »Grizzly in Gucci«, wie Beth feststellt, bevor sie ihre Louboutin-Stilettos aus der Schachtel und das Businesskostüm aus dem Schrank holt, sich vom Cowgirl wieder zur mit allen Wassern gewaschenen Managerin wandelt. Die Kühlbox mit den edlen Steaks trägt sie dabei wie eine Tasche von Chanel.

Langsam erwachen die »Yellowstone«-Monstren. Abgründe in der Familie, Verfehlungen früherer Zeiten, die Beth und Rip im Tabula-rasa-Ende von »Yellowstone« abgeschüttelt haben, sind in Beulahs Familie noch virulent. »She's like a cockroach after an atomic bomb, she's a fighter, a survivor«, sagt sie über Beth und weiß: Die braucht man als Verbündete, nicht als Feindin. In den ersten beiden Folgen führt die »Yellowstone«-erfahrene Christina Alexandra Voros die Kamera und ist zugleich Regisseurin, ohnehin eine Seltenheit in Hollywood, erst recht für Frauen.

OV-Trailer

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