"Was tut sich?" mit Jacqueline Jansen

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Eine junge Frau versucht in der rheinischen Provinz unter schwierigen Bedingungen, ihre verstorbene Mutter würdig zu verabschieden. Über ihr autofiktionales Spielfilmdebüt spricht Regisseurin Jacqueline Jansen mit epd-Film-Autor Jens Balkenborg

Es beginnt mit zwei Atemzügen: dem letzten der Mutter und dem ersten der Tochter nach ihrem Tod. Für die 25-jährige Lore folgt nun die mühsame Organisation des Abschieds – ausgerechnet zu Beginn der Corona-Pandemie, als ständig neue Regeln selbst letzte Wünsche erschweren. Zugleich brechen alte familiäre Konflikte auf, während Pfarrer, Nachbarn und Dienstleister die Verletzlichkeit der Trauernden mit bedrückender Distanzlosigkeit ausnutzen.

Mit großer Genauigkeit zeichnet »Sechswochenamt« die widersprüchlichen Phasen der Trauer nach, von Schock und Wut bis zu vorsichtiger Akzeptanz. Regisseurin Jacqueline Jansen beobachtet ruhig und ohne Sentimentalität, Hauptdarstellerin Magdalena Laubisch macht Lores zunehmende Erschöpfung eindringlich spürbar. So entsteht ein ebenso persönlicher wie gesellschaftlich relevanter Film über den verdrängten Tod, die Erosion sozialer Solidarität während der Pandemie und die Kraft, trotz allem Abschied nehmen zu können.

Jacqueline Jansen, 1994 in Erkelenz geboren, ist Autodidaktin und arbeitete seit 2013 an mehr als 40 nationalen und internationalen Filmproduktionen. Nach dem Dokumentarfilm »No Way Home« ist »Sechswochenamt« ihr erster autofiktionaler Spielfilm. Beim Filmfest München 2025 wurde er mit dem FIPRESCI-Preis sowie zwei Förderpreisen Neues Deutsches Kino ausgezeichnet – für Jansen (Regie) und Hauptdarstellerin Magdalena Laubisch. Jansen ist Mitgründerin des Vereins KunstFreiheitFilm e.V., der autodidaktische Filmschaffende fördert.

Film und Werkstatt-Gespräch am 25.8. ab 20.15 Uhr

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt 
Karte

Vorverkauf an der Museumskasse
Di – So 10 Uhr bis 18 Uhr
Tel.: +49 69 961 220 – 220
kinokasse@dff.film

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