Hessischer Filmpreis 2014

"Hedi Schneider steckt fest" als bester Spielfilm ausgezeichnet
Filmpreisjury 2014

Filmpreisjury 2014 (v.l.n.r.): Reiner Schöler, Manfred Riepe, Frank Stephan Limbach, Jenny Schily, Jan Schomburg © Hessischer Filmpreis

Die Schauspieler Alwara Höfels und Matthias Brandt sind am 10. Oktober in Frankfurt mit dem undotierten Hessischen Fernsehpreis ausgezeichnet worden. Außerdem wurden am selben Abend die Hessischen Filmpreise vergeben und Iris Berben mit dem Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Anton Corbijn erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Preis für die Beste internationale Literaturverfilmung für den Film A Most Wanted Man

Höfels bekam den Preis für ihre Rollen in den Filmen "Die Fischerin" (ARD/SWR/Degeto) und "Dr. Gressmann zeigt Gefühle" (ARD/HR). Die Jury lobte Höfels' Vielseitigkeit. Sie sei schwer auf einen Rollentypus festzulegen. Sie gebe ihren Figuren "etwas Starkes, ohne dabei ihre Schwächen und Widersprüche zu verleugnen".

Brandt wurde für seine Rolle in "Männertreu" (ARD/HR) ausgezeichnet. Der Schauspieler verstehe sich "wie kaum ein Zweiter darauf, mit dem Zucken einer Augenbraue oder dem Unterdrücken eines als selbstgefällig erkannten Lächelns Inneres nach außen zu kehren und so das Publikum teilhaben zu lassen an der Menschwerdung seiner Figur", lobte die Jury.

© ZDF/Christian Cloos

Sonja Heiss erhielt für Hedi Schneider steckt fest den mit 15.000 Euro dotierten Preis für den Besten Spielfilm. Die Jury lobte, sie meistere die "fragile Balance zwischen berührendem Drama und leichtfüßiger Komödie mit großer erzählerischer Eleganz".


Den ebenfalls mit 15.000 Euro dotierten Filmpreis in der Kategorie Bester Dokumentarfilm erhielt Nadav Schirman für The Green Prince über den Sohn des Hamas-Mitgründers Scheich Hassan Youssef, der zu einem der wichtigsten Agenten des israelischen Geheimdienstes Shin Beth wurde. Die Jury lobte, der Film von Schirman breche die Ausweglosigkeit im Nahost-Konflikt auf eine Person herunter und fange dabei "gekonnt die Atmosphäre von Verrat und ständigem Misstrauen ein". Der Dokumentarfilm kommt am 27. November in die deutschen Kinos.

In der Kategorie Experimentalfilm wurde Nino Pezzella für Femminielli ausgezeichnet, einen Film über die Transgender-Tradition der Femminielli im spanischen Viertel Neapels. Diese biologisch als Männer geborenen Frauen werden in der neapolitanischen Gesellschaft als Glücksbringer verehrt. Mit seinem Langzeitprojekt setze Pezzella den Femminielli ein Denkmal, lobte die Jury. Auch dieser Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

Der mit 7.500 Euro dotierte Drehbuchpreis ging an Numan Acar und seine Co-Autoren Sinan Akkus und Tim Krause für Weihnachten unter dem Halbmond. David Sarno erhielt den ebenfalls mit 7.500 Euro dotierten Hessischen Hochschulfilmpreis für den Kurzfilm Richard & Gilbert.

Der mit insgesamt 95.000 Euro dotierte Kinokulturpreis wurde an elf gewerbliche und sieben nichtgewerbliche Kinos in Darmstadt, Frankfurt, Lauterbach, Lich, Marburg, Kassel, Weiterstadt, Wiesbaden und Witzenhausen verliehen.

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