Kritik zu Ungezähmt – Von Mexixo bis Kanada

© NFP

2015
Original-Titel: 
Unbranded
Filmstart in Deutschland: 
11.02.2016
V: 
L: 
105 Min
FSK: 
Ohne Angabe

Ein Dokuwestern: Vier junge Männer treiben auf einer fünfmonatigen Reise eine Herde von 14 Wildpferden von Mexiko bis Kanada

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Ein Western: Vier junge Männer treiben über einen Zeitraum von fünf Monaten 14 Wildpferde 4800 Kilometer von Mexiko nach Kanada. Es gibt die zu erwartenden Probleme mit der Natur wie Wassermangel, es gibt – vergleichsweise selten – Auseinandersetzungen innerhalb der Gruppe, und nicht alle Pferde werden das Ziel erreichen.

All das sind Elemente, die der Zuschauer aus zahlreichen fiktionalen Western kennt. »Unbranded« aber ist ein Dokuwestern, der Trip fand von April bis September 2013 statt. Es ist darüber hinaus auch ein Metawestern, weil er, vor allem durch Statements von Experten und Vertretern des Bureau of Land Management, immer wieder das Problem der Wildpferde in den USA heute anspricht. Einerseits sind diese gesetzlich geschützt, andererseits gibt es zu viele von ihnen, wodurch das ökologische Gleichgewicht bedroht wird – Rancher beklagen Schäden an ihrem Weideland, während Tierschützer die Unterbringung der Pferde kritisieren. Insgesamt 50 000 von ihnen sind in staatlichen Anlagen untergebracht und warten darauf, von Privatpersonen adoptiert zu werden. Mit einer Zunahme des Bestandes um jährlich 20 Prozent verschärft sich das Problem fortwährend, zumal derzeit nur jedes dritte Pferd zur Adoption vermittelt werden kann.

So hat »Unbranded« im Wunsch der Männer nach Einheit mit der Natur einerseits utopisch-nostalgische Züge, zeigt aber andererseits auch die Feindseligkeit eben dieser Natur. Die immer wieder eingeschobenen Passagen, in denen die Vier frohgemut durch imposante Landschaften reiten, oft akzentuiert durch Zeitlupen, wirken schon sehr forciert – man kann sie aber auch so lesen, dass sie eben betonen, dies ist kein Normalzustand. Auch werden die logistischen Probleme nicht ausgespart, wenn ihnen etwa die Passage über Privatbesitz verweigert wird und sie deshalb den beschwerlicheren Weg hoch über die Berge nehmen müssen.

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