Kritik zu Sonic the Hedgehog

© Paramount Pictures

Der erste Kinofilm um die ikonische Figur aus der Frühzeit der Videospiele kombiniert die animierte Titelfigur, einen rasend schnellen blauen Igel von einem anderen Planeten, mit menschlichen Darstellern

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Man braucht wohl kein begeisterter Spieler von frühen Video Games zu sein, um seinen Namen schon einmal gehört zu haben: Sonic the Hedgehog ist ein blauer Igel aus einer anderen Dimension, der sich durch seine enorme Geschwindigkeit auszeichnet. 1991 gab er sein Debüt in einem Videospiel (und hatte als Ikone entsprechend einen Gastauftritt in Disneys Tribut an diese frühen Videospiele, »Ralph reicht's«). Nach mehreren animierten Fernsehserien gibt er jetzt sein Kinofilmdebüt, das einen animierten Sonic mit realen Darstellern ­zusammenbringt.

Sonic stammt von einem anderen Planeten, wo dieser Film beginnt. Vor Bösen flüchtet er auf die Erde, wo er es sich in ­einer Höhle bequem macht. Die liegt nahe der Kleinstadt Green Hills in Montana, an deren Leben Sonic Anteil nimmt, besonders an dem des Kleinstadtsheriffs Tom und seiner Ehefrau, der Tierärztin Maddie. Wiederholt sitzt er abends vor deren Haus und nimmt so an ihren Filmabenden teil (klar, dass »Speed« sein absoluter Lieblingsfilm ist).

Als Sonic eines Abends wie manisch durch die Gegend rast und damit die Stromversorgung der Kleinstadt komplett lahmlegt, werden die Behörden auf ihn aufmerksam, und schon ist es mit dem geruhsamen Leben vorbei, denn alsbald taucht Dr. Robotnik (Jim Carrey) in Green Hills auf. Der hochbegabte Mann arbeitet zwar im Dienst staatlicher Agenturen, doch die ignorieren seinen Wahnsinn geflissentlich. Ausgestattet mit einem hoch entwickelten Hightech-Labor setzt er alles daran, Sonic einzufangen. Die Energie des blauen Kobolds möchte er nutzen, um – wen überrascht das? – die Weltherrschaft anzutreten.

»Sonic the Hedgehog« ist ein weiterer Animationsfilm, der Familie und Freundschaft beschwört. Und natürlich wird der Kleinstadtpolizist Tom (James Marsden), der gerade eine Zusage für eine Anstellung in San Francisco erhalten hat, von der er schon lange träumte, weil er glaubte, dort endlich Menschen helfen zu können, statt wie hier nur Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen oder eine Entenfamilie sicher über die Straße zu geleiten, sich am Ende entschließen, in Green Hills zu bleiben, und Sonic zu einem neuen Familienmitglied machen. In dieser Hinsicht ist der Film also typische Familienunterhaltung. Dass er allerdings mehr zu bieten hat, zeigt sich zum einen in seiner Nemesis, die Jim Carrey (mit einem gezwirbelten Schnurrbart, wie ihn zuletzt Johnny Depp in »Mortdecai« pflegte) mit der ganzen manischen Energie seiner frühen Erfolgsrollen verkörpert. Er ist zwar auf Hightech angewiesen, um seine Ziele zu erreichen, aber ganz bei sich selbst ist er, wenn er zu einem Song mit dem programmatischen Titel »Where Evil Grows« ein Tänzchen hinlegt.

Was Energie und Geschwindigkeit anbelangt, ist Sonic ihm dennoch einen Schritt voraus. Ein erstes schönes Beispiel dafür findet der Film, wenn er Sonic gegen sich selber zum Tischtennisturnier antreten lässt; später wird das durch ein Baseballspiel überboten, bei dem Sonic alle Spielerpositionen einnimmt, ebenso durch eine Kneipenschlägerei, bei der der Film für einen langen Augenblick alle anderen Figuren erstarren lässt, um Sonics rasante Aktionen angemessen ins Bild zu rücken.

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