Kritik zu One Night Only

© Universal Pictures

Nach »Wo die Lüge hinfällt« inszeniert Will Gluck die nächste Romcom und nutzt dafür ein irritierendes Dystopie-Setting

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Seit ein paar Jahren ist vorehelicher Sex in den USA verboten, nur einmal pro Jahr gibt es eine zwölfstündige Ausnahme. Was nach der Prämisse für eine Near-Future-Dystopie klingt (oder dem Pitch: »The Purge«, aber mit Beischlaf statt Morden), ist im Fall von »One Night Only« vielmehr der Versuch, dem gerade wieder Aufwind bekommenden Genre der romantischen Komödie einen High-Concept-Twist zu verpassen.

Statt moralische oder juristische Fragen zu verhandeln, nimmt der von Will Gluck inszenierte Film seine Ausgangssituation ebenso als gegeben hin wie seine Figuren. Owen (Callum Turner), Betreiber einer Pizzeria, will die Nacht der Nächte auch für einen Heiratsantrag an seine Freundin nutzen, braucht dann aber dringend Ablenkung, als sie lieber mit einem anderen schlafen will. Derweil zieht Sängerin und Dauersingle Allie (Monica Barbaro) eher aus Gruppenzwang um die Häuser, um vielleicht doch jemanden abzuschleppen. Die erste Zufallsbegegnung der beiden geht gehörig schief, bei der zweiten sind beide auf der Suche nach einem Kondom und haben andere potenzielle Sexpartner*innen im Blick. Doch ungeachtet aller Missverständnisse und Hindernisse kreuzen sich ihre Wege in New York nicht zum letzten Mal.

Mit Barbaro und Turner hat »One Night Only« ohne Frage das Wichtigste zu bieten, was eine Romcom zum Gelingen braucht: ein attraktives Duo mit glaubwürdiger Chemie. Einige gelungene Gags und ein paar interessante Nebenfiguren (verkörpert u. a. durch Molly Ringwald oder Quintessa Swindell) stehen ebenfalls auf der Habenseite. Doch angesichts des Storykonzepts, dessen komplett unpolitische Betrachtung mindestens fahrlässig wirkt, erweist sich das als zu wenig. Und dass das Skript von Travis Braun dann neben dem altmodisch anmutenden Fokus auf penetrativ-heterosexuellen Geschlechtsverkehr auch noch eine erdrückende Prüderie propagiert (die sich nicht nur im Verzicht auf Sexszenen, sondern auch in der Erwartungshaltung an seine Protagonist*innen zeigt), ist für eine Geschichte dieser Art dann doch enttäuschend.

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