Kritik zu Konferenz der Tiere

© Constantin Film

2010
Original-Titel: 
Konferenz der Tiere
Filmstart in Deutschland: 
07.10.2010
L: 
93 Min
FSK: 
keine Beschränkung

Alles Wichtige ist drin und ein Stempel drauf: der erste deutsche 3-D-Film. Erich Kästner, der angeblich als Inspiration diente, ist jedoch kaum wiederzuerkennen und eine eigene Handschrift leider auch nicht

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Hat es jemand noch nicht begriffen? Wir Menschen sind böse, wir ruinieren die Umwelt und gehen grausam mit den Tieren um! Der Eisbär muss sich wegen der Erderwärmung auf die einzig verbliebene Eisscholle retten. Die letzten Schildkröten fliehen von den Galapagos-Inseln vor der Ölpest, während in Australien die Steppe brennt und der gallische Hahn dem Koch knapp vom Messer springt. Gemeinsam treffen die geschundenen Tiere im afrikanischen Okinawa-Delta, dem letzten Biotop der Erde, ein. Aber auch hier droht Ungemach, denn die Tourismusbranche trotzt der Natur mittels eines riesigen Staudamms das letzte Wasser ab. Eine Konferenz der Tiere wird einberufen.

Der erste europäische 3-D-Animationsfilm – ist das schon ein Gütesiegel? Leider ist die »Konferenz der Tiere« nur ein lauer Abklatsch der Muster, die in den letzten Jahren von den Amerikanern geprägt wurden. Wenn die animierten Tiere in dieser Produktion so aussehen, als seien sie die ungeliebten Stiefgeschwister von Löwe und Giraffe aus »Madagascar«, und der Elefant genauso entworfen ist wie »Horton«, dann sehnt man sich nach den Originalen zurück. Computertechnisch bewegt sich der Film auf hohem Niveau – allein, es fehlt die Seele.

Ein Vergleich en détail: Im 3-D-Film »Oben« emotionalisierte den Zuschauer die Schlüsselszene des Films, in der der alte Mann an die glücklichen Jahre seiner Ehe zurückdenkt. Diese Rückblende funktioniert ganz fantastisch ohne Dialoge, sie ist hinreißend und bisweilen auch sehr traurig. Dagegen muss, während die Tiere in der »Konferenz der Tiere« ihr Meeting abhalten, die 740 Jahre alte Schildkröte einen Monolog über Umweltkatastrophen vortragen – dabei wissen wir das alles bereits aus der Eingangssequenz, die damit dramaturgisch völlig überflüssig wird. Die okölogisch verheerende Veränderung der Welt aus Sicht des alten weisen Tieres im Zeitraffer: Das wäre geradezu innovativ gewesen..

 

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