Kritik zu Green Lantern

© Warner Bros.

Ein weiterer Superheld, eine weitere DC-Comic-Verfilmung, ein weiteres Franchise mit ausreichend Renditepotenzial: Regisseur Martin Campbell (»Casino Royal« ) zeigt, wie wenig Originalität man heute für viel Geld bekomm

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Es gibt sie da draußen, die überzeugten Filmfans, die auf ein neues Heavens Gate hoffen: den einen ganz großen Flop, der gigantische Verluste einfährt, ein Hollywoodstudio in den Ruin treibt und damit endlich die Filmwelt zur Besinnung bringt und der Parade von Superhelden, 3-D-Spektakeln und endlosen Sequels ein Ende bereitet. Als Green Lantern in den USA in die Kinos kam, blitzte kurz Hoffnung auf: Die mit annähernd 150 Millionen Dollar nicht gerade bescheiden budgetierte DC-Comic-Verfilmung wurde von Kritikern in Bausch und Bogen verrissen. Aber die Bilanzen zeigen, dass heutzutage ein Film weder von der Kritik noch vom Publikum geliebt werden muss, um Geld einzuspielen. Das gut geölte Räderwerk von weltweiter Kinoauswertung, Merchandising und DVD-Verkäufen besorgt das gewissermaßen wie von selbst.

Auf das Funktionieren von Automatismen haben sich offensichtlich auch die Macher von Green Lantern verlassen: Das Drehbuch erscheint wie von Google-Translator übertragen, die Spezialeffekte sehen aus, wie aus anderen Filmen kopiert, und bei der Besetzung wurde das abgehangene Rezept angewandt, Ken und Barbie mit ein paar Charakterdarstellern zu umgeben. Ryan Reynolds spielt den verwegenen Piloten, der eines Tages einen grünen Ring geschickt bekommt und damit den Auftrag, das Universum vor dem Bösen zu beschützen. Da das Ringtragen seinen bereits gut trainierten Körper weiter ins Astralhafte verwandelt, sagt er erst mal nicht Nein. Zumal er einer Freundin aus Kindertagen (Carol Ferris) das Leben retten kann. Doch dann will er dem von Sinestro (Mark Strong) geführten »Corps« nicht angehören. Als das tentakelhafte Böse jedoch vom Wissenschaftler Hector (Peter Sarsgaard) Besitz ergreift, sind Taten gefragt.

Das eigentlich Deprimierende an diesem Film ist nicht die geschäftstüchtige Lieblosigkeit, mit der er gemacht ist, sondern die Tatsache, dass er trotzdem ganz gut funktioniert. Der alles zerstörende Flop lässt also weiter auf sich warten.

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