Kritik zu Forgotten Island
Zwei Freundinnen geraten durch ein Portal auf eine sagenumwobene Insel. Bei ihrem Versuch, von dort zu entkommen, wird ihre Freundschaft auf die Probe gestellt.
Jo und Raissa sind beste Freundinnen seit Kindheitstagen. Doch nun, nach dem Schulabschluss, werden sich ihre Wege trennen, Raissa wird die Philippinen verlassen, um in den USA zu studieren. Kurz bevor der letzte gemeinsame Abend gefeiert werden soll, entdecken sie ein Portal, das sie aus den einheimischen Legenden kennen. Am nächsten Morgen erwachen sie auf der sagenumwobenen Insel Nakali. Gemeinsam mit einigen einheimischen Verbündeten versuchen sie herauszufinden, wie sie zurück in ihre Welt kommen können. Mit einem Dämon konfrontiert, der die Erinnerungen anderer stiehlt, müssen sie erfahren, dass der Preis dafür der Verlust ihrer Erinnerungen und damit ihrer Freundschaft ist.
Ungewöhnliche Freundschaften sind seit langem ein bewährtes Erzählmuster des Animationsfilms, oft zwischen einem Menschen und einer nichtmenschlichen Spezies, hier sind es zwei gegensätzliche junge Frauen: Während Raissa diszipliniert und zielstrebig ist, agiert Jo höchst spontan, wobei ihre überschäumende Energie regelmäßig Chaos verursacht.
Dabei sind die beiden ziemlich stereotyp gezeichnet – Raissa hochgewachsen und mit Brille, Jo klein und rundlich. Komplexer sind einige andere Figuren: Raww, der Werwolfhund, der sich stark gibt, aber in Wirklichkeit seine Einzelgängerrolle zugunsten einer Freundschaft aufgeben möchte. Bei einer weiteren männlichen Figur generiert deren Identitätskonfusion noch extremere körperliche Verwandlungen: vom Muskelmann mit stolz entblößtem Oberkörper zum Baby, das weinend nach seiner Mutter ruft. Auch der Erinnerungen stehlende Dämon erscheint am Ende als tragische Figur.
Was in Animationsfilmen von Disney und Pixar seit längerem ein erzählerisches Moment ist, die Sichtbarmachung anderer Kulturen, hat nun auch Dreamworks erreicht. Die beiden Regisseure haben familiäre Bindungen in die Philippinen; indem sie die Geschichte in den neunziger Jahren ansiedelten, konnten sie an ihre eigene Kindheit anknüpfen. Stilistisch greifen sie dabei auf eine Vielfalt von Animationstechniken zurück: Rückblenden unterschiedlicher Figuren sind von Mangas inspiriert, auch traditioneller Zeichentrick kommt zum Einsatz. Gewöhnungsbedürftig ist das forcierte Tempo, das der Film häufig an den Tag legt.





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