Kritik zu Extrawurst

© Studiocanal

In der Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks versucht Marcus H. Rosenmüller, die Befindlichkeiten und die damit zusammenhängenden politischen Überzeugungen in einem Provinztennisclub aufs Korn zu nehmen

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Eigentlich geht es nur um einen Grill. Der Provinztennisclub will einen neuen anschaffen, doch um diese vermeintlich banale Idee entbrennt eine Diskussion, die gefühlt den Untergang des Abendlandes heraufbeschwört. Marcus H. Rosenmüller (»Wer früher stirbt ist länger tot«, »Willkommen in Siegheilkirchen«) greift einmal mehr auf einen typisch deutschen Stoff zurück. Das seiner Komödie zugrunde liegende Boulevardtheaterstück »Extrawurst« aus der Feder von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob zählt zu den publikumsstärksten Produktionen der vergangenen Jahre.

Auslöser der Geschichte ist eine allzu gut gemeinte Idee. Melanie (Anja Knauer), die mit ihrem Mann Torsten (Christoph Maria Herbst) zugezogen ist, möchte die rückständige Provinz mit progressiven Ideen aus Berlin beglücken. Also schlägt sie vor – nein, sie beharrt darauf –, dass der Club anlässlich einer gemeinsam beschlossenen Modernisierung nicht nur einen, sondern zwei neue Grills anschafft. Falls nämlich Erol (Fahri Yardım) – das einzige türkischstämmige Mitglied im Tennisclub – auch mal Gegrilltes genießen möchte, braucht er nicht mehr auf einen Rost zurückzugreifen, der durch das Garen von Schweinefleisch »haram« geworden ist.

Die Logik ist bestechend. Doch Erol, der in Deutschland aufgewachsen ist, wo er ein gut gehendes Geschäft führt, ist der überdrehte Vorschlag peinlich. Um Höflichkeit bemüht, betont er mehrfach, dass man ihm zuliebe keinen zweiten Grill anschaffen müsse. Aber es geht ja nicht um ihn, sondern ums Prinzip. Die Sache mit dem zweiten Grill erweist sich als Angebot, das Erol nicht abschlagen kann. Angestachelt von den verdrehten Überlegungen aus dem Mund von Torsten – der eigentlich nur eifersüchtig auf Erol ist, weil dieser mit seiner Frau im gemischten Doppel harmoniert –, eskaliert die Diskussion.

Nominell ist der Film gut besetzt, doch Hape Kerkeling als hemdsärmeliger Clubvorsitzender Heribert bleibt ebenso blass wie Christoph Maria Herbst, der dem verquast argumentierenden Torsten ebenso wenig Leben einhaucht wie Anja Knauer, die die Biestigkeit des politisch korrekten Argumentierens nicht überzeugend vermittelt. Einen starken Moment immerhin hat Fahri Yardım, als ihm der Kragen platzt, weil er Auslöser für eine überflüssige Stellvertreterdiskussion ist, die sich nicht um ihn, sondern um deutsche Einwanderungspolitik drehen müsste.

Deutlich anzumerken ist Rosenmüllers Adaption die theaterartige Enge der Geschichte, die im Vereinsheim beginnt, worauf die Kontrahenten sich zunächst in die Tennishalle und später in einen Geräteschuppen zurückziehen. Dass hier immer wieder die Ballmaschine losgeht, so dass den Protagonisten die Tennisbälle um die Ohren fliegen – symbolisch für die außer Kontrolle geratenen Argumente –, wirkt als Slapstick-Motiv so einfallslos wie das Spiel der Akteure, die sich an ihren Bierflaschen zuweilen festsaugen. Der Film gibt vor, auf die Kacke zu hauen, führt aber nur einen Sturm im Wasserglas vor.

Meinung zum Thema

Kommentare

Endlich mal im Kino viel gelacht selbst ein anwesender "deutschtürke" hat herzhaft gelacht.
So viel Wahrheit, die natürlich lange aus Höflichkeit und Toleranz heruntergeschluckt und nie ausgesprochen wurde, fand ihren Weg.
Schaut den Film, ich war nicht die einzige die sich gut unterhalten hat.

Der Film war scheisse,trocken und hat keinen Charme oder Witz

Beschämend für Deutschland und den kläglichen Rest der 14 millonen Arbeiter und Rentner die abkotzen, weil sie abgezockt werden von Innen wie Außenpolitik. Schade Herr Kerkeling. Geld regiert die Welt

Häh?

Der lustigste Film den ich seit Jahren gesehen habe , unbedingt sehenswert. Peschel in seiner Nebenrolle hat geglänzt . Hape sowieso alle super gespielt

Ich kann die schlechte Kritik überhaupt nicht nachvollziehen. Wir waren gestern zu viert im Kino und wir fanden den Film ohne Einschränkungen grandios.

Ein rundum gelungener Film. Es gab keine Minute Langeweile. Absolut tolle Besetzung, wir fanden den Film sehr witzig. Unbedingt ansehen. Bestes deutsches Kino.

Der Film war schrecklich

Der Film ist ein super Erlebnis, wie wir es in unserer Gesellschaft dringend brauchen, über Lachen den Finger in die Wunden unseres Miteinanders zu legen. Ich kann die Kritik daran nicht wirklich verstehen, empfehle den Film dringend zum Anschauen!

Meine Meinung

Da kann ich Ekko nur zustimmen: Dieser Film ist absolut sehenswert und so viel mehr als eine Komödie. Er ist ein so guter Spiegel unserer heutigen Gesellschaft und führt eindrucksvoll vor Augen, dass ein kleines bisschen weniger Individualismus und stattdessen ein größeres Gemeinschaftsdenken einem friedlichen Miteinander äußerst zuträglich wären.

Ein ganzes Kino lacht durchgehend über einen gesellschaftlich relevanten Stoff, der unsere Zeit zu 100 Prozent trifft. Am Ende gibt es im Kinosaal Applaus. In diesen dunklen Zeiten schafft es der Film, all die sinnlosen, nervenden und totgelaufenen Diskussionen und Grabenkämpfe witzig vorzuführen und Positionen immer wieder zu hinterfragen. Wenn Satire eine Aufgabe hat, dann diese. Sehr intelligent wechseln die Ansichten und Sympathien mit einer Dialoggeschwindigkeit, die man in deutschen Filmen selten erlebt. Klasse. Und ein verbiesterter Kritiker sieht all das nicht: Auch ein Spiegel dieses oft humorbefreiten Landes. Ich hatte - wie das ganze Kino - unglaublichen Spaß!

Gerade im Kino gesehen, wir vier fanden ihn alle großartig. Slapstick, Humor und Tiefgang klasse kombiniert. Hat großen Spaß gemacht und sehr beeindruckt. Danke für diesen hervorragenden Film.

Ich habe schon lange nicht mehr so einen Blödsinn im Kino gesehen wie diesen Film. Er handelt einfach nur um einen Grill ob sie ein oder zwei anschaffen. Ich verstehe gar nicht wie man mit so guten Schauspieler so einen Blödsinn produzieren kann. Was andere Kino Besucher da gut dran tun weiß ich nicht.

Ganz meine Meinung. Titel langfristig und trocken unlustig. Hinter mir wurde auch noch gelacht und ich weiss gar nicht worüber.Wir sind nach 50 Minuten endlich draussne gewesen. So tolle Schauspieler geben sich für so eine Scheisse her . Echt erbärmlich

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Vielleicht hat Marra den Film 3x gesehen um ihn zu verstehen.
Ob es beim 4. Mal gelingt… Wer weiß?

Lange nicht mehr so einen Mist gesehen. Leute, spart euch das Geld. Nur sinnlose Dialoge. Schade um die Zeit

Oh wie langweilig. Zeit und vor allem Geld nicht wert. Nur Pöschel war wie immer toll.

Natürlich geht es in diesem Film um "Blödsinn", wie in eigentlich allen lustigen Filmen. Muss man nicht mögen aber es ist schade, solche seltsamen Argumente anzuführen, auch dass die Darsteller sich angeblich "an Bierflaschen festsaugen" nur um diesen Film schlecht zu reden, Woher weiß Herr Riepe, dass der Film "auf die Kacke hauen"will? Ich fand den Film gut, weil er genau das nicht tut, sondern zeigt, wie wir uns alle im Kreis drehen!

Ein herrlicher Film zum Entspannen, aber auch zum Nachdenken!
Die Schauspieler agieren super und Hape Kerkeling ist in seiner Rolle wieder Spitze.

...habe heute diesen hervorragenden Film mit hervorragenden Darstellern gesehen und bin begeistert - endlich wird mal ein mehr als ernstes Thema in diesem Deutschland auf humorvolle Art und Weise dargestellt - Chapeau kann ich da nur sagen!!!!!

Die epd-Kritik des Films teile ich nicht. In einem überaus witzigen Film mit überzeugenden Darstellerleistungen wurde wunderbar und mit großer Leichtigkeit die deutsche Misere der Correctness, der Dialogunfähigkeit und der erratischen Aufgeregtheit aufgezeigt. Ich jedenfalls habe mich köstlich amüsiert und bin gerade deshalb ins Nachdenken gekommen.

Klasse Film, so dass ein 70Jähriger Wohlstandsbürger (und Tennisclubvorstand) nicht aus dem lachen herauskommt bei aller Ernsthaftigkeit des Hintergrundes. Ein Kammerspiel par excellence.

Ganz tolles Kino. Lange nicht mehr so gut unterhalten. Solche Filme brauchen wir, die unseren irren Debatten den Spiegel vorhalten.

Ein genialer Film, danke für euren Mut der Gesellschaft den Spiegel vor zuhalten, habe selten so gelacht und sehr viele Menschen erkannt. vielen herzlichen Dank für die sehr gute Leistung des gesamten Teams

Ein hervorragender Film. Danke für den Mut, der Gesellschaft hier so den Spiegel vorzuhalten. Wer sehe kann, der sehe

Mein Mann und ich fanden den Film ganz furchtbar! Auf Grund der Besetzung hatten wir uns wesentlich mehr Witz versprochen! Das war Geld war rausgeworfen, sehr schade!

Super! Selten anderthalb Stunden mit vielen anderen Menschen so viel gelacht! Kurzweilig , aber mit Tiefgang.
Nie mit erhobenem Zeigefinger. Sehr menschlich. Solche
Filme könnten wir öfter brauchen........
Johannes Hickel

Der Film war schrecklich. Es wurde den ganzen Film lang nur gestritten, was das Zeug hält. Das war kaum zum Aushalten. Die einzigen lustigen Szenen im Film waren als die Ballmaschine unverhofft losging und das Chaos am Ende des Films. Aufgrund der Mitwirkung von Harpe Kerkeling hätte ich mir mehr Spaß erwartet.

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