Kritik zu Das verflixte 3. Jahr

© Prokino

2012
Original-Titel: 
L’amour Dure Trois Ans
Filmstart in Deutschland: 
19.07.2012
L: 
100 Min
FSK: 
12

Bestsellerautor Frédéric Beigbeder (»39,90«) verfilmte seinen eigenen Roman über einen verliebten Autor, der gerade einen Bestseller über die Unbeständigkeit der Liebe geschrieben hat

Bewertung: 2
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Der Pariser Literaturkritiker und Szenejournalist Marc Marronnier (Gaspard Proust), nach drei Jahren unglücklich geschieden, schreibt ein Buch über die Unmöglichkeit der Liebe, »Das verflixte 3. Jahr«. Dann verliebt er sich in Alice (Louise Bourgoin) und findet einen Verlag. Seine neue Eroberung hält den unter Pseudonym geschriebenen Roman, der sich zum Bestseller entwickelt, jedoch für das Werk eines »spätpubertären Vollidioten«. Man langweilt sich eigentlich nicht in dieser hippen und eiskalten Komödie – das ist vielleicht schon das Beste, was sich über Frédéric Beigbeders Regiedebüt sagen lässt.

Mit einer Abfolge formaler Kunststückchen – so werden die Liebeswirren in Kapitel unterteilt, es wird gesimst und getagträumt – kann Beigbeder von der Reißbretthaftigkeit seiner Romanze ablenken. Geschicktester Kunstgriff ist die Vorwegnahme der Kritik an dem selbstmitleidigen Egomanen; während Alice den Roman mit saftigen Beschimpfungen überzieht, wird Marc von seiner knorrigen Lektorin (Valérie Lemercier) mit vergifteten Komplimenten gedisst, eine großartige Szene. Ebenso gekonnt imitiert der ehemalige Werbetexter die flirrende Atmosphäre von Nouvelle-Vague-Klassikern; tatsächlich sieht Antiheld Gaspard Truffauts Antoine Doinel ähnlich. Alice jedoch verkörpert jene Sorte nerviger Hasch-mich-ich-bin-der-Frühling- Frau, wie sie nur im Film existieren. Und wenn in der zweiten Filmhälfte Punkt für Punkt der in zig Liebeskomödien vorgezeichnete Weg zum Happyend abgehakt wird, offenbart sich der unterschwellige Zynismus des Ganzen. Denn nichts unterscheidet diese Liebe von der vorigen, außer, dass der Preis ein wenig heißer ist, weil Alice ihrem Ehemann abgejagt werden muss. So enpuppt sich das Treiben schnell als der aufgeputzte Leerlauf eines »romantischen Egoisten« (so der Titel eines anderen Beigbeder-Romans), dem man amüsiert und etwas angeekelt zusieht, sich innerlich wünschend: »Tu’s nicht, Alice!

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