Kritik zu Das Leuchten der Stille

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Für die einen ist Nicholas Sparks das Maß aller Dinge, wenn es um die Liebe geht; andere stöhnen bei jedem Buch, das er veröffentlicht, vor allem, wenn es auch noch verfilmt wird

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Die Spitzentitel des US-Autors Nicholas Sparks werden in 47 Ländern verbreitet, in Deutschland verkauften sie sich über 15 Millionen Mal. Vier seiner 15 Bücher wurden verfilmt, 1999 etwa »Message In A Bottle« mit Kevin Costner, und 2004 das zwischen Liebe und Alzheimer pendelnde Drama »Wie ein einziger Tag«, das in den USA mehr als 80 Millionen Dollar einspielte. In Deutschland kommen mit dem »Leuchten der Stille« und »Mit dir an meiner Seite« nun im Wochenabstand gleich zwei Sparks-Verfilmungen in die Kinos. Sieht man beide zeitnah hintereinander – was nur Fans zu empfehlen ist, und diese sollen zu über 80 Prozent weiblich und größtenteils unter 21 sein –, werden stilistische Schablonen und Disparitäten ganz besonders deutlich.

Das Drehbuch für »Mit dir an meiner Seite« verfasste Sparks bereits als Auftragsarbeit mit der Hauptdarstellerin Miley Cyrus im Sinn und schrieb erst später den Roman. Was man dem Buch weniger, dem Film aber sehr wohl anmerkt, obgleich er die geläufige Substanzen Sparks'scher Lebenswelten enthält: erste Liebe und zweite Chance, Familienkonflikte und Klassenunterschiede, und das vor einer Naturkulisse wie aus den feuchten Träumen der Tourismusindustrie.

Bei »Das Leuchten der Stille« führt nun Lasse Hallström Regie, doch auch hier weiß der Kenner augenblicklich, in der Welt welchen Autors er sich befindet: Die wuchtigen Eichen in South Carolinas Alleen ebenso wie am Drehort Georgia scheinen unter der Last des allgegenwärtigen Spanish Moss fast zusammenzubrechen. Der anheimelnde Charme der Südstaaten wird durch ein altbackenes Freizeitverhalten flankiert: Junge Menschen sitzen Gitarre spielend am Lagerfeuer und blicken in die knisternden Flammen.

Doch im Gegensatz zu dem uninspirierten Vehikel für Miley Cyrus »Mit dir an meiner Seite« kann sich Regisseur Lasse Hallström bei »Das Leuchten der Stille« auf das Charisma und Handwerk seiner Darsteller verlassen. Sowohl bei dem etwas steifen Channing Tatum, dessen Torso gleichsam als erotische Zone inszeniert wird und der doch sehr typgerecht besetzt ist, als auch bei Amanda Seyfried, die mit ihrer Rolle in »Mamma Mia« populär wurde.

Tatum spielt den Soldaten John, der sich bei seinem Heimaturlaub in Savannah (Seyfried) verliebt, aber nach nur zwei Wochen zu seiner Einheit zurückkehren muss. Savannah verspricht, auf ihn zu warten, und die beiden schreiben sich Briefe. Nach den Anschlägen vom 11. September aber verlängert John seinen Dienst immer wieder. Savannah schickt ihm nach langer Wartezeit mit der Feldpost schließlich doch ihre Abschiedszeilen. Sie habe jemand anderen getroffen... Aber die ganz große Liebe, wir ahnen es, lässt sich vom Schicksal beuteln, aber niemals besiegen.

Familie, Glaube und Gemeinschaft – das sind die altmodischen Werte, die diese aus der Zeit fallenden Romane und Spielfilme vermitteln. Zum Schrecken der Kritiker, zur Freude des Publikums ist der nächste bereits in Planung: »The Lucky One« ist der Originaltitel des Buches.

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