Kritik zu Das grenzt an Liebe

© Senator

2014
Original-Titel: 
And So It Goes
Filmstart in Deutschland: 
06.11.2014
L: 
93 Min
FSK: 
keine Beschränkung

In Rob Reiners romantischer Rentnerkomödie gibt Michael Douglas einen verbitterten Immobilienmakler, dessen harte Schale mit Hilfe von Diane Keaton als patenter Nachbarin und einer reizenden Enkeltochter aufgeweicht wird

Bewertung: 2
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Mit 70 geht auch Michael Douglas nicht mehr als Mann in den besten Jahren durch. Äußerst hartnäckig hat sich Douglas über Jahrzehnte hinweg in der Rolle des agilen Mittfünfzigers gehalten. Dabei reichte die Spanne vom omnipotenten Börsenhai Gordon Gecko, den er vor vier Jahren in Wall Street: Geld schläft nicht wieder auferstehen ließ, bis hin zum Midlife-Crisis-Akademiker, als der er sich mit Die WonderBoys sympathisch neu erfunden hat. Mit Rob Reiners romantischer Rentnerkomödie Das grenzt an Liebe läutet Douglas nun offiziell sein Alterswerk ein. Hier spielt er den verbitterten Witwer Oren Little, der den Krebstod seiner Frau mit einer feindseligen Haltung gegenüber seinen Mitmenschen kompensiert. Die reizenden Kinder, die vor seiner Veranda spielen, werden mit garstigen Beschimpfungen zurechtgewiesen. Der Wagen wird prinzipiell schräg in die Einfahrt geparkt, damit sich keiner der Nachbarn danebenstellen kann. Hunde, die auf den Rasen koten, werden mit einem Paintball-Gewehr beschossen.

Der Immobilienmakler ist kurz davor, in Ruhestand zu gehen. Die 8,6 Millionen teure Villa steht zum Verkauf, während Oren vorübergehend in seinem eigenen Mietshaus am Strand Quartier bezogen hat. Nebenan wohnt Leah (Diane Keaton), die sich nach dem frühen Tod des Mannes als Jazzsängerin zu etablieren versucht, aber kaum ein romantisches Lied zu Ende singen kann, ohne vor Trauer in Tränen auszubrechen. Natürlich kann sie Oren nicht ausstehen, und natürlich wird sich daran etwas ändern.

Sohnemann Luke (Scott Shepherd) muss für einige Monate ins Gefängnis und lädt seine elfjährige Tochter bei seinem Vater ab. Wie im Genre üblich, ahnte Oren von der Existenz einer Enkelin bisher nichts und ist von der Situation vollkommen überfordert, so dass sich Leah des Mädchens annimmt. Dass die beiden mit vereinten weiblichen Kräften die harte Schale des alten Griesgrams aufweichen, dürfte niemand überraschen. Vorhersehbarkeit ist etwas, das man romantischen Komödien nicht anlasten kann, schließlich gehört die Gewissheit des Happy Ends zum Genre wie das Mehl zum Brot. Wie unterhaltsam der Weg zum vorherbestimmten Ziel sein kann, hat Reiner selbst nicht zuletzt mit Harry und Sally (1989) vorgeführt. Leider ist Das grenzt an Liebe von der romantischen Schlagfertigkeit dieses Genreklassikers meilenweit entfernt. Zwar geben Keaton und Douglas ein durchaus spielstarkes Paar ab, aber darüber hi­n­aus findet das Drehbuch von Mark Andrus, der mit Besser geht’s nicht einen weiteren Genreklassiker verantwortet, keine glaubwürdige Tonlage. Unmotiviert springen die Dialoge zwischen den garstigen Ausfällen des Alten und kitschiger Paar- und Familienzusammenführung umher. Das grenzt an Liebe unterfordert dabei nicht nur auf fahrlässige Weise seine Hauptdarsteller, sondern auch – wie die meisten Ü-50-Filme – seine Zielgruppe. Die Publikumsgeneration, die mit Filmen wie Easy Rider und Taxi Driver aufgewachsen ist, lässt sich wohl kaum mit solch seichter Konventionalware abspeisen.

Meinung zum Thema

Kommentare

Dieser Film ist klasse. Besonders die süße Diane Keaton. Ich mag ihre Art zu spielen und auch Michael Douglas ist ein klasse Schauspieler.
Die Darsteller sind nun mal auch in die Jahre gekommen. Sie mit Rollen zu vergleichen, die sie vor jahrzehnten spielten , ist nicht fair.
Die Zeiten ändern sich nun mal.
man sollte ihre darstellerische Kunst würdigen.
Zu kritisieren ist leicht.
Ich schätze, der kritiker ist noch jung und seine Sichtweise, er sollte mal etwas über den Tellerrand schauen.
Ich fand den Film nicht schlecht.

hab ihn heute gesehen und durfte tränen lachen. herrlicher film!

Dieser Film ist klasse. Besonders die süße Diane Keaton. Ich mag ihre Art zu spielen und auch Michael Douglas ist ein klasse Schauspieler.
Die Darsteller sind nun mal auch in die Jahre gekommen. Sie mit Rollen zu vergleichen, die sie vor jahrzehnten spielten , ist nicht fair.
Die Zeiten ändern sich nun mal.
man sollte ihre darstellerische Kunst würdigen.
Zu kritisieren ist leicht.
Ich schätze, der kritiker ist noch jung und seine Sichtweise, er sollte mal etwas über den Tellerrand schauen.
Ich fand den Film nicht schlecht.

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