Kritik zu Career Day mit Hindernissen

© Kinostar

2017
Original-Titel: 
A Happening of Monumental Proportions
Filmstart in Deutschland: 
25.10.2018
L: 
81 Min
FSK: 
12

In ihrem Regiedebüt beleuchtet Schauspielerin Judy Greer einen Tag lang eine Handvoll Kinder und Erwachsene, deren Leben am schulischen »Career Day« aus den Fugen gerät

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Am schulischen »Career Day« herrscht bei Lehrern, Eltern und Kindern viel Aufregung, sollen doch die Erziehungsberechtigten vor der Klasse ihrer Kinder von ihrem Beruf erzählen. Schauspielerin Judy Greer, die zuletzt in »Halloween« ihr spezielles Charisma bewies, wählt die kleinen Dramen dieses Tages zum Thema ihres Regiedebüts. Der Fokus liegt auf den Problemen eines alleinerziehenden Vaters, eines kleinen Jungen, eines frustrierten Musiklehrers und weiterer Lehrer, die mit einem unerwarteten Todesfall konfrontiert werden. Hinter der episodischen Struktur mit parallelen Geschichten steht wohl auch die Idee, dass die lahmeren unter diesen »Short Cuts« durch spannendere aufgewogen werden. Doch nach einem bereits abtörnenden Beginn nimmt die Zahl der interessanten Momente bald rasant ab, obwohl das Ende dank eines Überraschungsgastes noch mit einer witzigen Rausschmeißerszene versöhnt. Dass Greer auf ein namhaftes Ensemble mit Promikollegen auch in Miniauftritten zurückgreifen konnte, erweist sich als ihr größtes Ass im Ärmel.

Das größte Manko ist dagegen das Unvermögen, eine Balance zwischen Komik und existenziellem Drama, zwischen launigen Sitcom-Sketchen und ernsten Anliegen zu finden – und von letzteren gibt es mit einem Todesfall, potenziellen Selbstmördern und einem Mann, der aufgrund einer schreienden Ungerechtigkeit seinen Job verliert, eine Menge. So führt der inszenatorische Mangel an Fingerspitzengefühl, verstärkt durch einen aufgekratzten Soundtrack, etwa dazu, dass ein todtrauriger Knirps vorrangig als Nervensäge wahrgenommen wird.

Unangenehm sind besonders jene Szenen, in denen die Probleme beim Entsorgen einer Leiche Lacher erzeugen sollen – ein deplatzierter Running Gag ohne Auswirkungen auf die restliche Handlung. Dabei beschleicht einen der Eindruck, dass Greer so manchen draufloschargierenden Darsteller nicht in den Griff bekam.

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