Kritik zu Halloween

© Universal Pictures

Genau 40 Jahre nach dem ersten »Halloween«-Film kehrt Jamie Lee Curtis als traumatisierte Laurie zurück, um an ihrem Peiniger Rache zu nehmen. Ein paar zu viele Zufälle helfen ihr dabei

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Ursprünglich, so erzählte Jamie Lee Curtis noch Anfang Oktober in einem Interview, sollte der Film mit einer ganz anderen Szene beginnen: eine Kamerafahrt, die ihre Filmenkelin Allyson (Andi Matichak) bei der morgendlichen Jogging­runde begleitet. Denn für Curtis geht es in dem aktuellen »Halloween« ums Weglaufen oder eben Nicht-Weglaufen. Doch dann kam es anders: Regisseur David Gordon Green entschied sich als Einstieg für die psychiatrische Haftanstalt, in der Lauries (Curtis) Peiniger Michael Meyer einsitzt. Zwei Radio-Journalisten besuchen ihn, weil sie die Geschichte des brutalen Mörders nach 40 Jahren noch einmal und natürlich ganz anders erzählen wollen. Die beiden jungen Reporter werden zwei der ersten Opfer von Michael Meyers.

Denn wie es der Zufall will, soll der Insasse just am Halloween-Tag in eine andere Anstalt verlegt werden. Die Fahrt dorthin führt ausgerechnet durch Haddonfield, jener Kleinstadt, in der der blutrünstige Psychopath vor 40 Jahren wild gemordet hat und dem Laurie fast zum Opfer gefallen wäre. Dem Häftling gelingt es zu entkommen – und das wilde Morden Michaels setzt sich fort, nur brutaler, blutiger und häufiger als in »Halloween – Nacht des Grauens«. Während verkleidete Kinder im nächtlichen Haddonfield auf Süßigkeitenjagd von Haus zu Haus ziehen, Kürbislaternen vor sich hinflackern, Allyson sich für ihre große Party bereit macht und Lauries Tochter Karen (Judy Greer) ihre hart antrainierte Gelassenheit zu bewahren versucht, sieht Laurie ihre Chance. Denn Laurie hat sich seit Jahren vorbereitet.

Die junge Frau von einst hat ihr Leben nie in den Griff bekommen, ist dem Alkohol verfallen und hat ihr Haus zu einer Hochsicherheitsanlage samt Panikraum aufgerüstet. Ihre Tochter Karen versucht inzwischen ein einigermaßen normales Leben mit ihrem Mann und ihrer eigenen Tochter zu führen und ihrer Mutter so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen.

Nichts in »Halloween« ist wirklich überraschend. Schwer atmend durch seine alte Maske (die hatte er dem Reporter abgenommen) und immer ruhigen Schrittes stapft Michael Myers (Jim Courtney) durch die Gegend, schneidet da mal eine Kehle durch, zerschmettert hier mal einen Schädel oder sticht einen Säbel durch Herz oder Hals. Das ist nicht sonderlich appetitlich, besonders gruselig aber ist es auch nicht. Ganz abgesehen von wirklich nachlässig inszenierten Details, die der ohnehin schon völlig konstruierten Story samt erwartbarem Ende zusätzlich jeden Schauder nehmen.

Einzig Jamie Lee Curtis dabei zuzusehen, wie sie als verhärmte, alte Frau dem Verbrecher trotzt und dieser schwer traumatisierten Figur ein zerfurchtes Gesicht und einen gestählten Körper leiht, hilft über die knapp zwei Stunden hinweg. Am Ende sind es drei starke Frauen, die den Schrecken ganz unterschiedlich, dafür aber gemeinsam überleben – das allein aber macht noch keinen Film über posttraumatische Erfahrungen, aber leider auch keinen spannenden Thriller.

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