Filmkritiken
Woche vom 14.10.2026
Dylan Southerns filmische Umsetzung von Max Porters experimentellem Roman über die Trauer vermag nur streckenweise zu überzeugen.
Volker Schlöndorff adaptiert Jenni Erpenbecks zum Schulstoff erhobenen Roman ganz im Sinn der Vorlage: als Erzählung mit einem Haus als zentralem Protagonisten (»gespielt« von Einsteins Sommerhaus in Caputh), das die Verwerfungen deutscher Geschichte des 20. Jahrhunderts passiv miterlebt. Gerade wegen den vielen großartig spielenden Schauspielern (Martina Gedeck insbesondere) leidet der Film etwas darunter, dass jede Figur auch schnell wieder Platz für die nächste Epoche machen muss.
Inspiriert von wahren Begebenheiten erzählt dieses Drama von der Freundschaft einer Journalistin mit einer alleinerziehenden Mutter aus den Slums von Nairobi, die eine Graswurzelbewegung für den Zugang zu HIV-Medikamenten gründet: ein spannendes, wiewohl im Detail etwas unbefriedigendes Drama über die Verheerungen der Aidsepidemie in Afrika und die globale Ungerechtigkeit des Patentschutzes für lebensrettende Medikamente.
In seinem aufwendigen Dokumentarfilm zeigt Marc Bauder, dass Whistleblower nicht selten um ihr Leben bangen.
Dass sie in der Tat zu den spannendsten neuen Stimmen des britischen Kinos gehört, beweist Georgia Oakley nach ihrem queeren Debüt »Blue Jean« ausgerechnet mit einem klassischen Kostümfilm auf Basis eines Jane-Austen-Klassikers. Die exzellente, auf Realismus statt Glamour setzende visuelle Umsetzung sowie das hervorragende Ensemble um Daisy Edgar- Jones und Esmé Creed-Miles sind in »Sinn und Sinnlichkeit« geradezu meisterlich.
Romain Gavras lässt in seiner wirren und unausgegorenen Komödie Ökoterroristen auf die Schönen und Reichen los.




