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Die Kritik trifft viele Punkte, wirkt stellenweise aber etwas zu wohlwollend. Gerade bei einem Film wie Marty Supreme sollte man der Nacherzählung der Handlung weniger Raum geben – entscheidend ist ja nicht, was passiert, sondern wie es inszeniert wird.
Der Film ist im Kern eine Studie über Obsession: über den brüchigen Wert von Würde und die dunklen Seiten des amerikanischen Traums. Martys rastloses Streben nach Suprematie bekommt eine nervöse, fast fiebrige Energie. Diese Manie, unbedingt der Beste in etwas sein zu wollen – etwas, das womöglich zu ernst genommen wird –, wird durchaus greifbar gemacht. Allerdings bleibt die Regie formal überraschend konventionell. Das hohe Tempo und die Nähe zu den Figuren dienen vor allem dazu, Aufmerksamkeit zu erzeugen, weniger dazu, innere Zustände oder Beziehungsdynamiken filmsprachlich differenziert herauszuarbeiten. Hier hätte man sich eine präzisere, bewusstere Nutzung des Mediums gewünscht. Timothée Chalamet spielt engagiert, teils aber auch überzeichnet und selbstgefällig – was zur Figur passt, ohne sie zwingend komplexer zu machen. Der prägnanteste Moment bleibt das Cameo von Abel Ferrara, das mit lakonischer Härte eine klassische, selbstzerstörerische Schattenwelt aufruft. Insgesamt ein solider Film mit klaren Ambitionen, der nicht alle davon einlöst – 3,5 von 5 Sternen erscheinen angemessen.

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