Aktuelles
09.10.2026
In den 50er und 60er Jahren war er neben Hitchcock der einzige Regisseur, dessen Gesicht weltweit bekannt war. Seither ist er nie ganz aus der Mode gekommen. Gerhard Midding gibt anlässlich einer Retro auf arte Empfehlungen.
05.10.2026
Als Retrospektive zeigte das Festival von San Sebastián eine Schau der Filme des Schriftstellers, Drehbuchautors und Regisseurs José Giovanni.
30.09.2026
Mike Leighs warmherziges Alterswerk »Tender Loving Care« war der große Gewinner des Filmfestivals von San Sebastián.
28.09.2026
Schon als er noch die High School besuchte, drehte der aus Florida stammende Lance Oppenheim kurze Dokumentarfilme, die zum Teil sogar im Fernsehen ausgestrahlt wurden. Mit gerade einmal 30 Jahren legt Oppenheim nun seinen ersten Spielfilm vor: »Primetime« (aktuell im Kino) erzählt die wahre Geschichte der vor 20 Jahren sehr populären Reality-TV-Show »To Catch a Predator«.





Nachtrag zu: Die Frau des Nobelpreisträgers
Inzwischen bin ich weitergehend auf eine Rezeptions- bzw. Zuschauertäuschung gestoßen, da ich rein interessehalber jetzt auch den Roman von Meg Wolitzer "Die Ehefrau - erschienen 2003 - durchgesehen habe. Er diente dem Film "Die Frau des Nobelpreisträgers" als Vorlage, das Buch wird aktuell sogar mit dem Filmplakat als Cover verkauft. In besagtem Buch schreibt die Ehefrau Joan Castleman als Ich-Erzählerin, dass es bei dem Preis ausdrücklich nicht um den Nobelpreis ging, denn das wäre für ihren Mann (und damit auch für sie als eigentliche Verfasserin seiner Werke) einige Klassen zu hoch gewesen. Er gewann dagegen den Helsinki-Preis, der unter Autoren vor allem wegen des hohen Preisgeldes beliebt und umkämpft ist. Die Filmemacher änderten das einfach um - und ließen ansonsten alles wie im Roman vorgegeben. Höchstwahrscheinlich aus Gründen der reißerischen Vermarktung. Hier liegt dann letztenendes auch der Punkt, der mir gleich komisch vorkam (also schon beim erstmaligen Anschauen des Films zu Beginn des Jahres), denn auch wenn die Ehefrau begabt ist, gewinnt man durch die bloße Korrektur unzureichender Manuskripte des Ehemanns (das Umschreiben war ihre hauptsächliche Aktivität) kaum einen Nobelpreis. Wohl auch nicht den Helsinki-Preis, doch Meg Wolitzer wollte in ihrem Buch die Handlung schon von sich aus und bewusst nicht so hoch hinauftreiben. Es muss ihr klar gewesen sein, dass die Geschichte dafür nicht reichte - und wollte wahrscheinlich und in erster Linie den Zusammenhang von Ruhm und Geschlechterkampf in einer solchen prominenten Familie aufzeigen - ohne all zu großen literarischen Anspruch. Deshalb heißt ihr Roman ja auch wesentlich schlichter "Die Ehefrau" (The Wife), was durch einen Titel nach Art "Die Frau des Nobelpreisträgers" allerdings ins Hochstaplerische driftet. Dafür wird sie nichts können, denn sind die Filmrechte einmal abgegeben, hat der Autor nicht mehr viel zu melden.