DVD-Tipp: »Ivanhoe« (1952)

»Ivanhoe« (1952). © Plaion

© Plaion

Glänzend restauriert im edlen Mediabook: der Klassiker des Ritterfilms à la Hollywood.

Nicht erst seit »Star Wars« begleitet fantasievolles Merchandising die großen Publikumsfilme. Auch »Ivanhoe«, ein veritabler Blockbuster der frühen 1950er, kam mit allerhand Beiwerk in die Kinos. Nicht nur bunt bemalte Ritterfiguren sekundierten ihren übergroßen Leinwandhelden, sogar »Ivanhoe«-Zigaretten brachte MGM in Deutschland zum Film heraus, wie das reich illustrierte, fast 180 Seiten starke Booklet der neuen Mediabook-Edition belegt. Neben Aushangfotos, internationalen Plakaten und jeder Menge weiteren Werbematerials bietet es ausführliche und sehr informative Texte von Thorsten Winter zu Produktion und Rezeption, Cast und Crew und sogar zu den historischen Hintergründen von Walter Scotts dem Film zugrunde liegendem Roman.

»Ivanhoe« selbst erstrahlt in hervorragend restauriertem, detailscharfem Bild und sattem Technicolor – eine Augenweide. Die mit 4 Millionen Dollar für damals unerhört teure, doch auch sehr erfolgreiche Produktion trat eine ganze Welle von Ritterfilmen los. Auch heute noch wirkt sie wie der Prototyp des Hollywood’schen Hochmittelalters, voll Tapferkeit und Edelmut, mit enormen Schauwerten und drei starken Actionhöhepunkten: dem Turnier von Ashby, der Belagerung von Burg Torquilstone (die extra für den Film erbaut wurde!) und dem finalen Duell auf Leben und Tod.

Die Story um den schwarzen Ritter, der für seinen als Geisel in Österreich festgehaltenen König Richard Löwenherz gegen normannische Usurpatoren um Prinz John kämpft und zwischen zwei schönen Frauen steht – Joan Fontaine und Liz Taylor –, sortiert Macht und Moral zwar relativ simpel, weist aber doch ein paar bemerkenswerte Aspekte auf. So bezieht er für seine Zeit ungewöhnlich klare Stellung gegen Antisemitismus, den er anhand des Juden Isaac und seiner Tochter Rebecca (Taylor) thematisiert. Und auch Ivanhoes von George Sanders schön blasiert gespielter Widersacher De Bois- Guilbert erweist sich am Ende als eine Gestalt von ungeahnt interessanter Tragik. All dies macht »Ivanhoe« zu einem durchaus nostalgischen, doch auch immer wieder überraschenden Filmgenuss.



Ivanhoe R: Richard Thorpe. Da: Robert Taylor, Elizabeth Taylor, Joan Fontaine, George Sanders. Anbieter: Plaion

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