Film des Monats Juni »Tomorrow«

© Pandora

Die Jury der Evangelischen Filmarbeit empfiehlt

Nachdem in der Zeitschrift »Nature« im Jahr 2012 ein Untergangsszenario für die gegenwärtige Kultur aus Ressourcenverschwendung, Klimawandel und Demokratieerschöpfung veröffentlicht wurde, sitzt der Schock bei vielen zunächst tief. Gegen die drohende Lähmung machen sich der Autor Cyril Dion und die Schauspielerin Mélanie Laurent, die beiden Regisseure von »Tomorrow«, auf den Weg um die Welt, um nach Alternativen zu suchen. In den Bereichen Landwirtschaft, Energie, Wirtschaft, Demokratie und Bildung entdecken sie zahlreiche Initiativen, die überraschende und in­spirierende Lösungen entwickelt haben. Dabei gehen sie auch dem inneren Zusammenhang zwischen den einzelnen Themenfeldern nach. So fördert etwa die Abkehr von der industriellen Landwirtschaft zugleich den Verzicht auf fossile Energieträger. Und ein Zuwachs an politischer Partizipation und ökonomischer Selbstbestimmung profitiert von einem auf persönliche Entfaltung angelegten Bildungssystem.

Immer wieder schlägt der Film einen Bogen von schon lange diskutierten Begriffen und Konzepten alternativen Handelns und Wirtschaftens zu anschaulichen, höchst überzeugenden Projekten, ob es um kommunale Selbstverwaltung im indischen Kutthambakkam, eine lokale Parallelwährung im englischen Totnes, ökologische Stadtplanung in Kopenhagen oder Recycling in San Francisco geht. Wie in einem Puzzle entsteht aus vielen kleinen Initiativen ein neues Bild der Welt von morgen. Durch populäre Songs, die Kraft der Bilder und die Begeisterung der Aktiven lädt der Film zum Mitmachen ein. Die notwendigen Veränderungen des gegenwärtigen Lebensstils aus umweltfeindlicher Produktion, grenzenlosem Konsum und ungerechter Verteilung der Güter vollzieht sich nicht in einem programmatischen Gegenentwurf, sondern in konkreten Schritten vor Ort, die Lust zum eigenen Engagement machen. Gegen Resignation und Gleichgültigkeit angesichts der gefährdeten Schöpfung ermutigt der Film dazu, Alternativen zu denken und zu gestalten, die auch den kommenden Generationen eine lebenswerte Zukunft ermöglicht.

... zur Kritik (Start am 2.6.)

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