Kritik zu LOL 2.0

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Nach dem großen Erfolg des ersten Teils schlüpft Sophie Marceau, 17 Jahre später, erneut in die Rolle der Mutter Anne. Diesmal zieht ihre jüngste Tochter wieder zu Hause ein

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Fast vier Millionen Zuschauer*innen allein in Frankreich, eine César-Nominierung und ein US-Remake mit Miley Cyrus und Demi Moore – vor 17 Jahren entpuppte sich die Komödie »LOL« von Lisa Azuelos als echter Überraschungserfolg. Dass die französische Regisseurin und Drehbuchautorin nach so langer Zeit nun noch einmal an ihre Mutter-Tochter-Geschichte anknüpft, ist dennoch überraschend. Zumal sie einen unerwarteten Ansatz wählt.

Die damals 16-jährige, von Christa Théret verkörperte Protagonistin Lola steht mittlerweile natürlich längst mit beiden Beinen im Leben und taucht in »LOL 2.0« nun gar nicht mehr auf. Ganz anders als Mutter Anne (Sophie Marceau), die inzwischen dabei ist, es sich in einem neuen Alltag gemütlich zu machen, in dem alle Kinder aus dem Haus sind. Doch während der Ex-Mann kurz vor einer neuen Hochzeit steht und sie selbst sowohl beruflich als auch in der Liebe neue Optionen auslotet, lässt auch ihre eigene Familie die Mittfünfzigerin so schnell nicht los. Die jüngste Tochter Louise (Thaïs Alessandrin) zieht mit 23 Jahren nach einer Trennung samt Jobverlust plötzlich wieder zu Hause ein, um noch mal ganz neu zu überlegen, wohin sie im Leben will. Und Sohnemann Théo (Victor Belmondo) teilt Anne obendrein mit, dass sie unerwartet Oma wird.

Man muss den ersten Film, der in Deutschland bloß 150.000 Zuschauer*innen anlockte, aber doch zum Gen-Z-Kultfilm wurde, nicht kennen, um nun der neuen Geschichte problemlos und mit viel Vergnügen folgen zu können. Doch das Sequel wirkt tatsächlich wie eine späte, aber doch organische Fortführung des Originals, die dem Geist und nicht zuletzt den Figuren von damals treu bleibt. Fans dürften begeistert sein etwa vom Wiedersehen mit Annes Mutter (Françoise Fabian) und sogar einem kleinen Auftritt von Lolas damaligem Schwarm Maël.

Louise, im ersten Teil noch keine zehn Jahre alt, ist selbst angesichts einer nicht allzu unerwarteten Figurenentwicklung eine sympathische neue Protagonistin. Alessandrin – die im Übrigen Azuelos' Tochter ist – spielte sie bereits als Mädchen und zeichnet hier nun zusammen mit ihrer Mutter sogar für das Drehbuch verantwortlich. Gemeinsam erzählen sie in ihrer charmanten, leichtfüßigen Komödie von Neuanfängen aller Art, aber eben auch – ganz im Sinne des Originals – vom Älterwerden.

In diesem Kontext zeigt sich dann auch, dass das größte Pfund, mit dem »LOL 2.0« wuchern kann, letztlich Sophie Marceau ist. Die in diesem Jahr 60 Jahre alt werdende Schauspielerin, die sich vor der Kamera dieser Tage rar macht (ihre letzte Rolle spielte sie vor vier Jahren in Azuelos' Streaming-Flop »I Love America«), hat bis heute nichts von der Natürlichkeit und der Ausstrahlung eingebüßt, die sie bereits als Teenager zum Star machten – und macht damit selbst mäßig aufregende Rollen zu einem großen Vergnügen.

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