Kritik zu LOL – Laughing Out Loud

© Constantin

2012
Original-Titel: 
LOL – Laughing Out Loud
Filmstart in Deutschland: 
31.05.2012
L: 
97 Min
FSK: 
12

Das amerikanische Remake der ungeheuer erfolgreichen französischen Teenagerkomödie LOL – Laughing Out Loud: ein Trauerspiel

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Vom Gefühlschaos der 16-jährigen Lola, genannt »LOL«, zwischen Liebeswirren und erstem Sex, von der innigen und doch schwierigen Beziehung zu ihrer Mutter, die ebenfalls einige Beziehungsturbulenzen erlebt, und von einer Klassenfahrt nach London erzählte Lisa Azuelos in ihrem französischen Kassenhit »LOL« von 2008. Von all dem erzählt sie auch in ihrem eigenen, teils wortgetreuen amerikanischen Remake. Doch Lola lebt nun in Chicago, die Klassenfahrt führt nach Paris – und vom Charme des Originals ist keine Spur mehr übrig. Fast alles wirkt hier falsch: Das fängt bei dem ständig über die Bilder gelegten Weichzeichner an und setzt sich mit der Einblendung von Chatfenstern fort, die den Film in der vernetzten Welt heutiger Teenager verorten soll, aber nur anbiederndes Gimmick bleibt. Am unechtesten wirkt hier, was dem Original seine Glaubwürdigkeit gab: die Figuren. Pickelfreie Pubertierende mit Modelgesichtern gucken melancholisch aus schicken elterlichen Wohnungen über die Dächer von Chicago oder machen »Indierock« à la Disney Channel. Aus dem stammt ja auch die Hauptdarstellerin Miley Cyrus, die ebenso wenig wie die Inszenierung adäquate Ausdrucksmittel für Lolas Aufs und Abs findet. Beinahe erstaunlich ist da, dass dem Drehbuch die eine oder andere Zote erhalten blieb. Ja, es wird sogar gekifft – aber nicht von Lola.

Eine entsprechende Szene wurde wieder entfernt, nachdem ein »Enthüllungsvideo« im Internet aufgetaucht war, das Miley Cyrus beim realen Konsum psychotroper Substanzen zeigte. Diese Form der Selbstzensur passt wiederum wie die Faust aufs Auge zu Mutter Annes Romanze mit einem Drogenfahnder, der an der Schule über Hirnschäden durch Cannabis referiert.

Der Trip der jungen Amerikaner nach Paris, dramaturgisch als Höhe- und Wendepunkt der Geschichte angelegt, bringt dann auch kein Leben mehr in die Sache. Was bleibt, ist das Rätsel, wie eine Regisseurin aus einem Stoff erst eine Komödie mit Witz und Esprit und dann diesen seelenlosen Wiedergänger machen konnte.

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