Wieder im Kino: »Perfect Blue« (1997)
»Perfect Blue« (1997). © Madhouse
Satoshi Kons Langfilmdebüt von 1997 am 26. Mai endlich in restaurierter 4K-Fassung auf der Leinwand
Satoshi Kons Anime zählen zu jenen, die sich auf erwachsene, vielfach gebrochene Weise mit der japanischen Gegenwart beschäftigen. Sie zeichnen sich durch großen Realismus aus, in der Figurencharakterisierung wie im Entwurf der Lebenswelten, und arbeiten zugleich kompromisslos an der Verwischung der Grenze zwischen Fantasie und Wirklichkeit. Gleich mit seinem Debüt »Perfect Blue« verdrehte Kon dem internationalen Publikum den Kopf. Die Geschichte des Idols Mima, die ihre Girlie-Band verlässt, um Karriere als Schauspielerin zu machen, ist hier Anlass, um das Konfliktfeld von besitzergreifendem Fandom und künstlerischer Selbstbestimmung im Gewand eines Psychothrillers zu erforschen. Dabei kommt es immer wieder zu Stürzen von der einen »Realität« in die Abgründe einer anderen. Sich dem Chaos-Universum Kons mit der Forderung nach Kohärenz zu nähern, führt in die Frustration, mit Intuition kommt man weiter. Letztlich erzählen alle Filme Kons – der, 1963 geboren, 2010 viel zu früh verstarb – von der Verletzlichkeit des Zufluchtsraumes, den Träume und Fantasien (also auch Filme) vor den Zumutungen der Wirklichkeit bieten. Sie handeln vom Streben nach Verfügungsgewalt über diesen gefährdeten Raum, von manipulierenden und kommerzialisierenden Zugriffen und vom zerstörerischen Potenzial dieses Missbrauchs.




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