ZDF-Mediathek: »Phoenix – Change or Die«

»Phoenix – Change or Die« (Serie, 2026). © ZDF/Nicolas Velter

© ZDF/Nicolas Velter

Internationales Krimidrama über Klimaschützer, die Ökoverbrechen mit ungesetzlichen Methoden bekämpfen

Im Jahr 2023 wurden in Europa 31 Prozent aller fiktionalen TV-Produktionen von privaten Unternehmen in Auftrag gegeben, 14 Prozent von Streamingdiensten, stolze 55 Prozent von öffentlich-rechtlichen Anbietern. Diese Vielzahl und Vielfalt schlägt sich in den linearen Kanälen und öffentlich-rechtlichen Mediatheken erkennbar nieder. Bedeutsam daran ist der hohe Anteil gesellschaftlich relevanter Inhalte.

In dieses Fach fällt auch »Phoenix – Change or Die«, eine Produktion des europäischen Senderverbunds New8. Während eines Wirtschaftsgipfels im französischen Annecy entführen Umweltaktivisten die Kinder von vier beteiligten Vorstandschefs, deren Unternehmen zu den schlimmsten Ökoverbrechern gezählt werden. Verzweifelt angesichts der Vergeblichkeit friedlicher Demonstrationen und der Untätigkeit der Regierungen, haben sich die Mitglieder der Gruppe Phoenix radikalisiert und verlangen ein hohes Lösegeld, das in einen Umweltfonds fließen soll.

Schnell kommt es zu Komplikationen. Anstelle eines jungen Mannes wird dessen kleine Schwester entführt. Anführer Mathias wird während einer Reifenpanne von einem Detektiv gestellt. Die entführte Lyne hat ihrem Vater Hans Frankenheimer eine SD-Karte mit belastenden Daten entwendet. Der beauftragt einen gewaltbereiten Leibwächter mit der Wiederbeschaffung des Datenträgers, der ihm wichtiger ist als seine Tochter.

Unterdessen nähert sich ein unkontrollierter Waldbrand dem verlassenen Berghotel, in dem sich die Entführer mit ihren Geiseln versteckt halten. Eine von vielen Unwägbarkeiten, die die ursprünglichen Pläne gefährden.

In jeder der sechs Folgen gibt es Rückblenden, über die sich die Motivation der Gruppenmitglieder erschließen soll. Eines von mehreren erzählerischen Momenten, die nur bedingt funktionieren. Der Brite James beispielsweise arbeitete ursprünglich als Wachmann und ertappte die Aktivisten, als die ein Protestplakat anbringen wollten. Spontan erlaubte er den Jugendlichen die Flucht, unter den Augen seiner Vorgesetzten. Dann sieht man James auch schon in den Reihen der inzwischen ungesetzlich agierenden Umweltschützer.

Im Verlauf der Geschichte solidarisieren sich die gekidnappten Jugendlichen mit dem Anliegen ihrer Entführer und nehmen gemeinsam mit ihnen ein Video auf. Damit wäre die Lage entschärft. Dennoch rückt ein schwerbewaffnetes Sonderkommando an.

Holprigkeiten gibt es auch aufseiten der Regie, darunter Achtlosigkeiten bei der Schauspielerführung. Von deutscher Seite wurden Alva Schäfer und Pauline Pollmann ins Ensemble entsandt, Benno Fürmann verkörpert den feisten Magnaten Frankenheimer. Zur Kapitalistenkarikatur im Stile George Grosz' fehlt nur die dicke Zigarre.

Deutlich subtiler dagegen der Auftritt der 24-jährigen Alva Schäfer, bekannt aus »Damengambit«. Sie widmet sich ihrem Part mit großem Einfühlungsvermögen. Andere wirken, als habe die Regie sie alleingelassen.

OV-Trailer


Ausstrahlung ab Sonntag, 19. April 2026, 20.15 Uhr, wöchentlich in Doppelfolge in ZDFneo.

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