Kritik zu Der letzte Walsänger

© Little Dream Pictures

2025
Original-Titel: 
The Last Whale Singer
Filmstart in Deutschland: 
12.02.2026
L: 
91 Min
FSK: 
Ohne Angabe

Ambitionierter Animationsfilm um einen jungen Buckelwal, der sich auf eine magische Heldenreise begibt, um die Ozeane zu beschützen.

Bewertung: 3
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Vincent hat einen Traum: in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und eine lange Familientradition fortzusetzen, die des Walsängers, dessen Gesang es vermag, die Lebewesen im Meer vor Gefahren zu schützen. Doch als er sich eines Nachts zum Einüben seines Liedes aufs offene Meer hinauswagt, endet das in einer Katastrophe: Seine Eltern können ihn zwar vor der Kollision mit einem großen Schiff retten, überleben sie selbst aber nicht. So wird Vincents Traum zu einem Trauma.

Zehn Jahre später begibt sich der junge Buckelwal zusammen mit seinem Freund Walter, einem Putzerfisch, auf eine große Reise, um seiner Bestimmung gerecht zu werden.

Animationsfilme für Kinder, wie Kinderfilme generell, haben es nicht leicht, sich am Markt zu behaupten, wenn sie nicht auf eine Marke (wie Disney) oder eine bekannte Vorlage (heutzutage am besten eine erfolgreiche Buchreihe) setzen können. Angewiesen auf öffentliche Unterstützung (hier der Initiative »Der besondere Kinderfilm«) und internationale Zusammenarbeit (hier eine deutsch-tschechisch-kanadische Koproduktion) müssen sie versuchen, Wiedererkennungs- mit Alleinstellungsmerkmalen zu verbinden.

»Der letzte Walsänger« greift einmal mehr auf das Motiv der Heldenreise zurück, das Abenteuer, in dessen Verlauf der junge Protagonist heranreift und nicht nur seine Mission erfolgreich bewältigt, sondern auch die eigenen Unzulänglichkeiten überwindet. Zu dieser Reise gehören alte und neue Freundschaften: Zum einen besagter Freund Walt, der die Rolle des komischen Sidekicks erfüllt und für jede Situation einen lockeren Spruch bereithält (dazu auch noch gereimt), außerdem eine neue Gefährtin, das furchtlos-kämpferische Orcamädchen Darya. Die ist durch eine frühe Begegnung mit von Menschen verursachtem Lärm fast taub, weshalb sie nicht alle Gefahren wahrnimmt.

»Die Korallen sind krank«, verkünden die Eltern ihrem Sohn schon zu Beginn – der Film verknüpft die Heldenreise mit einer ökologischen Botschaft; später wird die Schönheit der Flora und Fauna, die der Film farbenfroh ins Bild zu rücken weiß, konterkariert durch den Müll, der die Natur zu ersticken droht. Es ist aber nicht nur der Mensch, durch den Gefahr droht. »Der letzte Walsänger« entwirft das Bild einer Gemeinschaft, die durch Spirituelles zusammengehalten wird. Mit Hilfe des Walgesangs gelang es einst Vincents Vater, den Leviathan zu bannen, indem er das Seeungeheuer in einen Eisberg einschloss – doch dieser ist nun geschmolzen. Um den Leviathan wieder zu stoppen, muss Vincent seine Selbstzweifel überwinden und den Tod der Eltern verarbeiten.

Neben der spirituellen Ebene, die über die Köpfe der jüngsten Zuschauer eher hinweggehen dürfte, bietet »Der letzte Walsänger« auch Handfestes, wie einen despotischen Herrscher namens King Karl, ein Walross, das sich mit einer Schar willfähriger Pinguine umgibt, sowie die üblichen Verfolgungsjagden – und leider auch zeitgemäße Wortschöpfungen wie »abhängen«, »Deal« oder »Stalker«, die in dieser filmischen Welt eher irritieren. Ambitioniert, aber nicht vollkommen geglückt, möchte man am Ende sagen.

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