Hochkarätige Genrefilme – Newsletter 18.07.2024

Hochkarätige Genrefilme

Junge Schauspielerinnen stehen immer wieder unter dem Druck der Öffentlichkeit und müssen sich oft harsche und unangebrachte Kritik gefallen lassen. Maxi Braun beleuchtet in ihrem Text »Lächle doch mal« die bedenklichen Dynamiken, die sich im Zeitalter von Social Media noch verschärft haben.

Eine dieser Schauspielerinnen, die sich oft im Shitstorm wiederfinden, ist Kristen Stewart. Mittlerweile lässt sie diese Kritik aber zumindest nach außen hin kalt. Von ihrem Rollenimage, dass ihr durch die »Twilight«-Filme auferlegt wurde, hat sie sich jedenfalls eindrucksvoll emanzipiert. Zu erleben ist das nun auch in »Love Lies Bleeding«. Der Film ist ein wilder Mix aus Exploitation, Neo-Noir-Thriller, Body-Horror und Queerer Liebesgeschichte.

Solcherlei Genrefilme haben in Deutschland oft Schwierigkeiten, produziert zu werden. Aktuell gibt es aber einige Vertreter des deutschen Gangsterfilms. Dieser trete stets in Wellen auf, wie Christoph Hochhäusler in seinem Essay analysiert. Hochhäusler selbst hatte zuletzt den Thriller »Bis ans Ende der Nacht« inszeniert und feiert beim Filmfestival in Locarno mit seinem französischsprachigen Debütfilm »Der Tod wird kommen« (»La Mort Viendra«, auch ein Gangsterfilm) Premiere. Ein weiterer Vertreter ist Thomas Arslans »Verbrannte Erde«, der diese Woche startet.

von: 
Zu dünn, zu dick, zu cool, zu schüchtern...  und dann auch noch schlecht gelaunt. Junge Schauspielerinnen können nichts richtig machen.
Gangster im deutschen Film? Treten eher selten und dann in Wellen auf.
Filme der Woche: 

Verbrannte Erde

Wer vom Filmtitel auf den alten Sager vom Verbrechen schließt, das sich nicht lohnt, trifft ins Schwarze. Sehenswert ist aber in jedem Fall, mit welch nüchterner Eleganz Arslan diesen Gangsterfilm in Szene setzt. Kein Wort zu viel und keine überflüssige Geste lenken von der vernichtenden Erkenntnis ab, dass eine Gesellschaft, in der es selbst unter Dieben keine Ehre mehr gibt, am Ende ist.

Love Lies Bleeding

Queere Liebesgeschichte gestaltet in einem wilden Mix aus Romanze, Exploitation, Body-Horror, Neo-Noir und Thriller, die mit expliziten und stilisierten Bildern einen rauschhaften Sog entwickelt.

Crossing: Auf der Suche nach Tekla

Eine pensionierte Lehrerin aus Georgien taucht in die queere Subkultur Istanbuls ein, um ihre trans Nichte wiederzufinden. Levin Akins Spielfilm verwebt Fragen um Identität zu einem berührenden Plädoyer für Solidarität und die Kraft der Veränderung.

Juliette im Frühling

Eine Kinderbuchillustratorin kehrt in die Heimat zurück, um einen Ausweg aus ihrer Depression zu finden. Im Kreis der Familie wird sie mit alten Konflikten und einem bisher beschwiegenen Geheimnis konfrontiert. Aus der Wiederbegegnung schlagen Blandine Lenoir, die den Film ihrem Vater gewidmet hat, und ihr bestens aufgelegtes Ensemble heiter-melancholische Funken.