E-Mail an... Robert Stadlober

Kurz angefragt, schnell beantwortet. Prominente über ihre Vorlieben und Filmerfahrungen
Robert Stadlober

Robert Stadlober

Robert Stadlober, 36, vielbeschäftigt, war unter anderem in »Sonnenallee«, »Crazy«, »Sommersturm« und »Krabat« zu sehen. Jetzt spielt er Kurt Weill in Joachim Langs »Mackie Messer«

Der erste Film, den Sie im Kino gesehen haben?

»Die Geschichte vom kleinen Muck«. Der DEFA-Märchenklassiker. Lief absurderweise in dem kleinen Kino des Dorfes in der Steiermark, wo ich die ersten Jahre meines Lebens verbrachte. Ich war vier Jahre alt und an viele Szenen erinnere ich mich, als seien sie mir selbst zugestoßen.

Welchen Film schauen Sie immer wieder?

»Weekend« von Godard. Weil viele der Fragen und Ideen, die durch den Film schwirren, teils leider und zum Teil auch glücklicherweise noch immer durch unsere Wirklichkeit schwirren. Und ich dies alle paar Jahre neu verstehe. ­Außerdem ist der Film lustig.

Welche Fernsehserie verfolgen Sie gerade?

»Gomorrha«. Aus ähnlichen Gründen wie oben. Viele der horizontal erzählten Serien, um die so ein großes Brimborium gemacht wird, nutzen Ihre Möglichkeit ja gar nicht. Da ist’s dann eher wie bei Erdnussflips: immer zu wenig Salz, damit man nicht aufhört.

Welcher Film hat Sie zuletzt beeindruckt?

»Waldlust« von Axel Ranisch. Die Fernsehkrimi-Coolness zart umgeschubst und neu zusammengesetzt. Mit Hilfe großer Schauspielerinnen und dieser Musik. Dann einen Magnetismus erreicht, wie ich ihn beim Fernsehen vergessen hatte.

Ein Film, auf den Sie sich freuen?

»Leto« von Kirill Serebrennikov. Hab in Nowosibirsk Leute ausrasten sehen zur schwarzen Platte von Kino, der Band, um die es im Film geht. Diese Leute haben nun wieder Gründe zum Ausrasten. Nicht nur wegen Kino.

Ihr/e Lieblingschauspieler/schauspielerin?

In jedem Fall Otto Sander. Sein zarter Humor, seine  bescheidene, aber souveräne Position am Rande des Spektakels und seine nie zur Schau getragene, aber immer durchscheinende Klugheit im Spiel: Das alles vermisse ich sehr. Er bleibt mir ein Beispiel, wie es auch geht. Ich würde gern noch einmal eine rauchen mit ihm.

Wer oder was ist unterschätzt?

»Le Pont du Nord« von Jacques Rivette. Warum dieser Film nicht weltbekannt ist, bleibt für mich ein ebenso unlösbares Rätsel wie die Welt, in der er spielt.

Ein Lieblingsfilm, der ein bisschen peinlich ist?

»Muriels Hochzeit« aus den Neunzigern. Ich habe ihn damals geliebt, ich liebe ihn heute und ­werde in Liebe zu diesem Film ins Grab fallen.

Was sammeln Sie?

Traumnotate. Von anderen natürlich.

Ihr Lebensmotto? Oder Lieblingszitat?

»›Ich kann nicht aus meiner Haut‹, sagte er an der Kinokasse. ›Ich kann auch nicht aus meiner Haut‹, sagte sie, als es dunkel wurde.« ­(Thomas Brasch)

Der beste Platz im Kino?

Auf der Leinwand.

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