E-Mail an... Aelrun Goette

Kurz angefragt, schnell beantwortet. Prominente über ihre Vorlieben und Filmerfahrungen
Aelrun Goette

Aelrun Goette

Aelrun Goette, 50, bekam den Deutschen Filmpreis in der Dokumentarsparte für »Die Kinder sind tot«; auch für ihre TV-Arbeiten (Unter dem Eis, Keine Angst) wurde sie ausgezeichnet. Ihr Fernsehfilm »Atempause« läuft am 14. Juni in der ARD-Themenwoche »Woran glaubst Du?«

Der erste Film, den Sie im Kino gesehen haben?

Ich weiß nicht mehr genau, wie der hieß: Es ging um einsame Wale, die befreit werden mussten. In den Sommerferien im Zeltkino an der Ostsee. Ich war sieben Jahre alt, habe sehr geweint und den Rest der Ferien die Ostsee beobachtet – ob ich irgendwelche Wale sichte, die ich befreien kann.

Welchen Film schauen Sie immer wieder?

»American Beauty« von Sam Mendes und Hunger von Steve McQueen: immer wieder mit Stift und Papier, um mir aufzuschreiben, welche Details zu diesen filmischen Wundern geführt haben. Und jedes Mal lege ich nach kurzer Zeit beides beiseite und verfalle dem Zauber.

Welche Fernsehserie verfolgen Sie gerade?

Gerade keine. Die letzte, die mich vom Hocker ge­hauen hat, war »Transparent« von der großartigen Jill Soloway.

Welcher Film hat Sie zuletzt beeindruckt?

»Die nervöse Republik«, eine Dokumentation von ­Stephan Lamby.

Ein Film, auf den Sie sich freuen?

»Der Mensch und die Macht« über den russischen Aktionskünstler Pawlenski, von Irene Langemann. Ich bin tief beeindruckt von diesem Mann und seiner Art, Kunst in aller Konsequenz zu leben. Ich habe den Film leider im Kino verpasst und warte jetzt darauf, dass die DVD erscheint.

Wer oder was ist unterschätzt?

Noch immer, leider, die Frauen.

Ein Lieblingsfilm, der ein bisschen peinlich ist?

Der kleine Lord von Jack Gold. Den haben wir als Kinder immer zu Weihnachten geschaut. Und wir haben bitterlich geweint, wenn der kleine Lord nicht zu seiner Mutter durfte und am Ende den bösen, alten Earl zum Guten bekehrt hat. Erst letztes Weihnachten hat mich meine jüngere Schwester wieder gefragt: ­Wollen wir nicht Kakao trinken und den »Kleinen Lord« gucken?

Was sammeln Sie?

Nicht wirklich sammeln, aber ich liebe Bücher und kann keins wegschmeißen. Sie wachsen in Türmen um mich herum und werden immer mehr.

Ihr Lebensmotto? Oder Lieblingszitat?

»Aufstehen. Krone richten. Weitermachen.« Oder: »Wenn man sich in seinem Leben mit wichtigen Dingen beschäftigt, ändert sich ständig alles. Und wenn sich nichts ändert, bist du ein Idiot.« Von ­Umberto Eco.

Der beste Platz im Kino?

Zweimal die Leinwand in der Länge, Mitte.

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