E-Mail an... Axel Ranisch

Kurz angefragt, schnell beantwortet. Prominente über ihre Vorlieben und Filmerfahrungen
»Axel Ranisch«

»Axel Ranisch«

Axel Ranisch, Jahrgang ’83, ist einer der Motoren des German ­Mumblecore; zu seinen Filmen gehören Dicke Mädchen, Ich fühl mich Disco und Reuber. Im September moderiert er die Verleihung der First Steps Awards, die seit 1999 in Berlin für Abschlussarbeiten an deutschsprachigen Filmhochschulen ver­geben werden.

Ihr erster Film?
»Rikki-Tikki-Tavi« im »Haus der Kinder« an der Parkaue in Berlin-Lichtenberg. Dieses große Haus war eine geniale Einrichtung, die Kindern nicht nur Kino und Theater, sondern auf vier Etagen Bastel-, Spiel- und Kreativbeschäftigung geboten hat. Jeden Tag! Ich trauere dieser Institution immer noch nach, die Ende der 90er wegen »Sparmaßnahmen« schließen musste. Jetzt hängen die Lichtenberger Kids in Parks rum und rauchen. Als ich »Rikki-Tikki-Tavi« gesehen habe, war ich vielleicht fünf. Mich hat die Geschichte des kleinen, mutigen Mungos, der in Indien gegen Kobras kämpft, tief beeindruckt. Und sooo mitreißende Musik! Vom großen Alfred Schnittke, wie ich heute weiß.

Welchen Film schauen Sie immer wieder?
»Amadeus«. Der ist und bleibt mein Lieblingsfilm. Das liegt vermutlich auch an Mozart. Aber allein die Szene, in der Mozart, todkrank, seinem vermeintlichen Freund Salieri die Noten des Requiems diktiert, weil er die Kraft nicht mehr hat, es selbst zu tun, ist so genial, dass mir jedes Mal die Tränen kommen! Für mich die beste Szene, die je gedreht wurde.

Welche Fernsehserie verfolgen Sie gerade?
»Altes Geld« von David Schalko. So herrlich böse. Ich liebe es! Nach »Aufschneider« und »Braunschlag« das nächste Brett.

Welcher Film hat Sie zuletzt beeindruckt?
»Der Nachtmahr« von AKIZ auf dem Filmfest München. Hat mich vom Kinosessel gefegt. Das ist mehr als ein Film, das ist ein Kunstwerk! Kraftvoll wie »Victoria« und frei wie »Love Steaks«. Ich hoffe, dass der Film ähnlich euphorisch gefeiert wird.

Ein Film, auf den Sie sich freuen?
»Der Kuckuck und der Esel« kommt bald in die deutschen Kinos. Ich habe ihn im letzten Jahr auf den Hofer Filmtagen gesehen und unterm Sitz gelegen vor Lachen. Der Film macht sich einerseits über die Attitüden deutscher Fernsehredakteure lustig, andererseits  über den blinden Wahn junger Filmautoren, die ihren Projekten einfach alles opfern, bis hin zur Moral. Bösartig und politisch vollkommen inkorrekt!

Ihr/e Lieblingschauspieler/schauspielerin?
Romy Schneider. Da gibt es nichts zu sagen.

Wer oder was ist unterschätzt?
Humor.

Ein Lieblingsfilm, der ein bisschen peinlich ist?
»Independence Day«. Hab ihn mit 14 im Kino gesehen. Jeff Goldblum, Will Smith und diese krassen Raumschiffe waren einfach zu cool, um es nicht gut zu finden. Mein kleines ufobegeistertes Teeniegehirn hatte keine Chance, sich zu wehren. Trotzdem ist mir dieses fürchterliche Pathos im Film zuwider.

Was sammeln Sie?
CDs und Schallplatten. Ich bin ein hoffnungsloser Klassik-Nerd.

Ihr Lebensmotto? Oder Lieblingszitat?
Trotzdem lachen.

Der beste Platz im Kino?
Davor, weil die Vorstellung schon ausverkauft ist. Kommt leider fast nie vor. Sorry, aber ich glaube nicht mehr an das Kino als Platz für gute Filme.

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