Kritik zu Warte, bis es dunkel wird

© Tiberius Film

2014
Original-Titel: 
The Town that dreaded Sundown
Filmstart in Deutschland: 
09.04.2015
L: 
86 Min
FSK: 
16

Ein sogenanntes Meta-Remake: 65 Jahre nach einer spektakulären Mordserie wird eine Stadt erneut von einem Serienkiller heimgesucht, und ein Horrorfilm aus den 70ern über die Taten von damals spielt auch eine Rolle

Bewertung: 3
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Einmal im Jahr wird in Texarkana die Vergangenheit wieder lebendig. Die Erinnerung an eine ungeklärte Mordserie im Jahr 1946 wird durch einen Film aus dem Jahr 1976 am Leben gehalten, zur Gaudi der Teenager, die ihn alljährlich zu Halloween im Autokino ansehen, zum Schrecken der Alten, die noch ein Gespür für die realen Ereignisse haben. Jami (Addison Timlin) ist nicht unbedingt ein Fan solcher Filme, also bittet sie ihren Freund Corey (Spencer Treat Clark), das Kino vorzeitig zu verlassen. Doch bevor sie sich an einem ruhigen Platz im Wald körperlich näherkommen können, werden sie plötzlich von einem Maskierten bedrängt. Er tötet Corey mit mehreren Messerstichen, lässt Jami aber am Leben, nachdem er sie am Ende einer Verfolgungsjagd gestellt hat – und gibt ihr eine Botschaft mit auf den Weg.

Dies ist nur der Auftakt zu einer Mordserie, die dem bekannten Muster des Splatterfilms folgt: Wer Sex hat (oder auch nur die Absicht hegt), muss damit rechnen, das nächste Opfer des Killers zu werden. Unterdessen versucht Jami im Zeitungsarchiv, mehr über die Vergangenheit zu erfahren. Einen entscheidenden Hinweis auf die Identität des Killers bekommt sie schließlich von Charles B. Pierce Jr. (Denis O'Hare), dem Sohn des Mannes, der 1976 den Film über den Phantomkiller drehte.

Diesen Film von 1976 gibt es wirklich, Charles B. Pierce hat ihn für die Produktionsfirma American International Pictures (AIP) inszeniert, bei der einst auch Roger Corman seine Karriere begann. In Deutschland kam er 1978 unter dem Titel Der Umleger in die Kinos, auf der 1986 erschienenen Videokassette firmierte er als Phantomkiller. Im Original heißt der neue Film so wie der alte, The Town that Dreaded Sundown, ein erinnerungswürdiger und poetischer Titel, zu dem die sanften Kamerabewegungen ebenso passen wie die naiv-kindliche Offstimme der Protagonistin.

Warte, bis es dunkel wird entfaltet zwar kein raffiniertes Spiel mit den Regeln des Slasher-Films (wie zuletzt etwa Adam Wingards You're Next), gehört aber auch nicht zu den überflüssigen Remakes von 70er-Jahre-Horrorfilmen. Alfonso Gomez-Rejons Film entfaltet seinen Reiz in der Bezugnahme auf den alten Film und spinnt darum eine Geschichte, in der die Grenzen zwischen Fakten und Fiktionen verschwimmen. Hardcoresplatterfans werden hier nicht auf ihre Kosten kommen, der erste Mord wird nur als Schattenspiel gezeigt, später wird der Film durchaus drastischer, aber auch das in Maßen (FSK 16). Ein bisschen Trickserei, etwa mit der vermeintlichen frühen Entlarvung des Täters, ist auch dabei, allerdings gibt es hübsche Einfälle wie die Zweigeteiltheit des Schauplatzes auf der Staatsgrenze, Texarkana/Texas und Texarkana/Arkansas, die auch beim Killer ihre Spuren hinterlässt.

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