Kritik zu Spy – Susan Cooper Undercover

© 20th Century Fox

Regisseur Paul Feig (Brautalarm) verballhornt das Machogenre des Spionagefilms einmal aus feministischer Perspektive und Melissa McCarthy spielt Cooper, Susan Cooper

Bewertung: 4
Leserbewertung
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4 (Stimmen: 1)

Satiren auf Spionagefilme gibt es reichlich, schließlich bieten sich die stark reglementierte Gattung und deren überzeichnete Helden geradezu für eine Ironisierung an. Was noch fehlte, war eine Verballhornung des ausgewiesenen Macho-Genres (Bond!) aus einem feministischen Angriffswinkel heraus. Diese Versorgungslücke schließt nun Paul Feigs Spy mit Melissa McCarthy in der Rolle der CIA-Agentin Susan Cooper. Feig gilt seit Brautalarm in Hollywood als Spezialist für Komödien, in denen Frauen auch einmal richtig auf den Putz hauen können, und McCarthy fegt durch seine Filme weniger als Muse denn als komödiantische Naturgewalt. In Feigs Taffe Mädels spielte sie eine knallharte Großstadtpolizistin, vor der nicht nur die Kriminellenszene zittert, sondern auch die männlichen Kollegen und Vorgesetzten auf dem Revier. Auch wenn sie mit bewährter Schonungslosigkeit ans Werk ging, trat McCarthy in ein paar Szenen aus dem komödiantischen Dauerfeuer heraus und verlieh der korpulenten Witzfigur eine gewisse Würde und Tiefe.

Auf diesem Weg bewegt sie sich nun in Spy – Susan Cooper Undercover weiter, aber ohne den Humor zu verlieren: Während der Superagent Bradley Fine (Jude Law) im Nahkampf eine Übermacht von mordlustigen Finstermännern erledigt, sitzt Susan Cooper im CIA-Hauptquartier in Langley am Monitor und versorgt den Kämpfenden per Funk mit den notwendigen Informationen. Fine und Cooper sind ein eingespieltes Team, aber die Lorbeeren erntet natürlich immer der smarte Agent und nicht die unscheinbare Schreibtischkollegin. Als dann aber Fine im Einsatz getötet wird und die Waffenhändlerin Rayna (Rose Byrne) bekannt gibt, dass sie die Identitäten aller aktiven CIA-Agenten kennt, schlägt Susan Coopers Stunde. Nur zur Observation wird sie nach Europa geschickt, aber schon bald nimmt die resolute Agentin die Sache selbst in die Hand.

Der Plot ist so dünn, wie sich das in diesem Genre gehört. Aber die komödiantische Detailfreude, mit der Feig seine Spionagesatire feminisiert, entfaltet eine hochinfektiöse Wirkung. Hat man sich erst einmal eingekichert, entwickelt sich Spy zu einer äußerst vergnüglichen Angelegenheit, weil sich der Film mit unverbissener Lässigkeit durch die cineastische Männerdomäne stichelt. Dabei kommen auch die Action-Schauwerte nicht zu kurz, auch wenn die Verfolgungsjagd mit dem Motorroller durch Rom auf einer frisch betonierten Straße erst einmal im Niedriggeschwindigkeitsmodus ausgetragen wird.

Mit souveräner Selbstironie legt McCarthy ihre Figur an, die von der grauen Schreibtischtäterin zur kompetenten Heldin reift. Nebenbei werden hier süffisant die Ressentiments mitverhandelt, die auf eine übergewichtige Mittvierzigern im Agentenalltag herunterregnen – eine Vorurteilsstruktur, die sich eins zu eins auf den Hollywoodbetrieb übertragen lässt. Eine besondere Erwähnung verdient auch Rose Byrne, die mit okkulter Turmfrisur und eiskaltem Blick mörderischen Zickenterror verbreitet und die zahlreichen Bösewichte des Genres mühelos in die Tasche steckt.

Meinung zum Thema

Kommentare

Der Film hat mich in soweit sehr schockiert...das kann es spassig findet wenn mann so eindeutige Fotos von einem steifen Penis zeigen muss ..find ich total scheiße...was doch schon schlimm genug ist das der Film ab 12 jahren frei gegeben ist ...da frag ich mich doch langsam was das soll ..wenn ein 11 oder 12 jähriges Kind im Internet chattet...u.dann sich so ein Kerl entblößt und Kinder anschreibt ist die Polizei gleich da...aber im Film ist das Wohl was ganz normales das Kinder u.das sind sie noch mit 12 jahren sich dort steife Penise anschauen dürfen...wo bleibt da der Schutz unserer minderjährigen Kinder..nein ich finde das geht soweit...

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