Kritik zu Kein Mittel gegen Liebe

© Senator

2011
Original-Titel: 
A Little Bit of Heaven
Filmstart in Deutschland: 
06.10.2011
L: 
107 Min
FSK: 
6

Die kranke Kate Hudson verliebt sich in ihren Arzt Gael García Bernal: Darmkrebs als Weg zur richtigen Frau – so trivial wurde lange nicht mehr auf der Leinwand gestorben

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Sterben geht immer. Wenn selbst Tiere und kleine Kinder nichts mehr retten können – der Tod ist immer eine Option. Im manipulativen Kino ist das qualvolle, möglichst lange angekündigte Ende eines Protagonisten oft die mieseste Verführung von allen. Natürlich gibt es solche Filme immer wieder. Auch wenn sie eigentlich nicht das perfekte dating movie abgeben, lanciert die Filmindustrie sie doch regelmäßig, zum Beispiel um einen neuen Jungstar auf den Weg zu schicken. Im Fall von »Kein Mittel gegen Liebe« geht es im pragmatischen Subtext der Verwertungsmaschine Hollywood um die Installation des Mexiko-Imports Gael García Bernal als possierliche, schusselige und eigentlich viel zu zahme Variante des Latin Lovers im amerikanischen Kino. Bernal spielt Dr. Goldstein, der im harten Akzent Kate Hudson die Diagnose übermittelt. Unheilbarer Darmkrebs. Das klingt nicht gerade sexy, und wenn Hudson sich zur Endoskopie beim Doktor einfindet, muss sie die Liebesgeschichte eben mit anzüglich Doppeldeutigem und burschikosem Gepolter auf Kurs bringen. Ihre Marley ist ein hippes, erfolgreiches Werbergeschöpf mit vielen Verabredungen, aber ohne Sinn für Familienplanung. Das Schicksal oder der liebe Gott in Gestalt von Whoopi Goldberg schubst sie, bevor es zu spät ist, auf den richtigen Weg für nicht mehr ganz so junge Frauen. Eben in die Arme ihres Arztes. Für Nachwuchs reicht die Zeit nicht mehr, und Halbwaisen will man dem Doktor auch nicht ans Bein binden.

Das Sterben selbst verläuft glatt und ansehnlich. Keine unappetitlichen körperlichen Veränderungen jedenfalls, die der pubertären, hysterischen Sehnsucht nach der eigenen Überhöhung im Sterben den Lack abkratzen könnten. Am Ende von Marleys Läuterung vom Lotterweib zur Arztfrau gibt es eine große Party, und Marley steigt swingend und lachend in die Wolken auf. Krankheit als blumenbestreuter Weg zurück in ein als Himmel getarntes Reich gesellschaftlicher Ordnung.

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