Kritik zu Hangover 3

© Warner Bros.

2013
Original-Titel: 
The Hangover Part III
Filmstart in Deutschland: 
30.05.2013
L: 
100 Min
FSK: 
12

Wird es wirklich das versprochene Ende sein? Abweichend vom bisherigen Handlungsrezept wird Zach Galifianakis‘ Figur Alan per Intervention in die Therapie geschickt und es werden keine Drogen mehr genommen. Aber sonst ist alles wie gehabt

Bewertung: 2
Leserbewertung
1.5
1.5 (Stimmen: 2)

Als »Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten « beschrieb Freud den Prozess der Psychoanalyse, und man muss davon ausgehen, dass Todd Philipps als Regisseur und Produzent von Hangover, Hangover 2 und nun Hangover 3 mit dem Konzept bestens vertraut ist. Es passt alles wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge: Im ersten Film ging es um das Erinnern, der zweite war eine reine Wiederholung desselben, und in Hangover 3 nun wird durchgearbeitet, was das Zeug hält. Es fallen Sätze wie: »Immer wenn wir zusammen sind, passieren komische Sachen und Menschen werden verletzt. Das muss aufhören. « Der Slogan verspricht »das Ende«.

Therapiebedürftig ist vor allem einer der vier »Wolfpack«-Mitglieder: der von Zach Galifianakis gespielte Alan, dessen Figur zu den drei übrigen »straight men« einen so krassen Gegenentwurf bildet, dass schon die Szenen, in denen sie zusammen einen Hotelgang entlanglaufen, als Witz funktionieren. Alan ist das unberechenbare Element der Filme, weil er sich in Gebiete von Egozentrik und Perversion vorwagt, wo der Spaß nach normalen Maßstäben aufhört. Hangover 3 bietet zu Anfang dafür erneut ein tolles Beispiel: Da fährt er überglücklich einen Highway lang, im Anhänger hinter ihm eine soeben gekaufte Giraffe. Die ersten Brücken werden unterquert, und den Zuschauer überfallen üble Ahnungen – da kommt auch schon das Warnschild vor der niedrigen Durchfahrtshöhe ins Bild. Und ja, es passiert. Und wie!

Die sorgfältige Aufbereitung von schlechten Witzen wie diesen zu einem Gagfeuerwerk, das dem Zuschauer das Gefühl vermittelte, sich selbst beim Lachen zu erwischen, war ein Teil dessen, was den ersten Film so gut funktionieren ließ. Der zweite konnte daran nicht anknüpfen, und der dritte sackt leider nach einem vielversprechenden Beginn zu einer ziemlich banalen Erpressungsgeschichte ab. Man weiß nicht, ob man es als Therapieerfolg des Durcharbeitens ansehen soll, dass man einfach nicht mehr so viel lachen muss.

Meinung zum Thema

Ihre Meinung ist gefragt, Schreiben Sie uns