Kritik zu Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang

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Maximilian Brückner wird als gescheiterter Vater und Ehemann aus dem Jenseits zurück auf die Erde geschickt, um sein Karma wieder ins Lot zu bringen.

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Seit der satirischen Kurzgeschichte von Ludwig Thoma und ihrer animierten Kurzfilmadaption von 1961 ist es verbrieft: Die Münchner haben auch im Himmel einen schlechten Ruf, wollen sich einfach nicht einfügen in die himmlischen Abläufe und nerven mit allerlei Sonderwünschen (Bier statt Manna . . .).

Jetzt hat David Dietl den Stoff zusammen mit den Autoren Marcus Pfeiffer und Christian Lex zum Spielfilm ausgebaut, und weil der Bayer auf Stippvisite im Himmel von Maximilian Brückner gespielt wird, ist er weniger Grantler als sympathischer Hallodri: ein Taxifahrer mit Nebenverdienst als Drogenkurier und in Ungnade gefallener Vater und Ehemann, der sich mit Wuschelkopf und Lederhosen durchs Leben wurschtelt. Gott wird hier zur schönen Abwechslung mal von einer Frau gespielt, der moderierenden Komikerin Ina Müller. Sie nutzt die erste Gelegenheit, um den Querulanten Wiggerl wieder auf die Erde zu schicken, mit einem Brief an die Bayerischen Behörden und der Chance, seine auf Rot stehende Karma-Uhr grün aufzufüllen. Er kann jetzt durch Wände gehen, nichts anfassen, ist für die Lebenden unsichtbar, mit Ausnahme seiner Tochter und seines Vaters (Heiner Lauterbach), was daran liegen könnte, dass er mit beiden blutsverwandt ist oder dass er beiden im Leben entfremdet war.

Münchner im Himmel und Engel auf Erden: Ein wenig erinnert Wiggerl an den Engel zweiter Klasse, der sich in Frank Capras »Ist das Leben nicht schön?« seine Flügel erst noch verdienen muss. Mit dem augenzwinkernden Spiel mit den Vorstellungen von Leben und Tod, Reue und Wiedergutmachung und einem selbstironischen Blick auf die Münchner Lebensart nähert sich David Dietl an das Werk seines Vaters Helmut an, ohne die große Klasse seiner besten Filme und Serien schon zu erreichen. In der streckenweise recht bräsig konventionellen Erzählung schimmern immer wieder charmante Momente auf, auch dank illustrer Besetzung.

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