Kritik zu Die kleinen Bankräuber

- leider kein Trailer -

Auf die Idee, eine Bank auszurauben, könnte ja jeder kommen. Aber die Gangster im Spielfilmdebüt von Armands Zvirbulis sind erstens ziemlich minderjährig. Und zweitens haben sie keine Hightechgeräte, die ihnen ihren Job erleichtern

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Sie sind wirklich noch recht klein, die Bankräuber, mit denen es die örtliche Bank in Riga zu tun bekommt. Ihr Alter ist ein Vorteil: Wie hätte jemand damit rechnen können, dass der fünfjährige Robby und seine zwei Jahre ältere Schwester die Bank knacken könnten? Die Geschwister wollen verhindern, dass die Familie aus ihrer Wohnung ausziehen muss, weil der unsoziale Bankdirektor dem arbeitslosen Vater weiteren Kredit verweigert. Während die Eltern mit einem Bankangestellen verhandeln, zeigt dessen unbedarfter Kollege den Kindern alle Räumlichkeiten und sogar den großen Tresorraum, in dem sich die Banknoten stapeln. Ein kleines Kind kann natürlich nicht nachvollziehen, wieso man nicht die zwei oder drei Banderolenbündel mitnehmen kann, die schon ausreichen würden, die Familie aus der finanziellen Misere zu retten!

Neben dem Film »Kletter-Ida« (2001, Hans Fabian Wullenweber) gab es wohl keinen Kinderkrimi, der in so naiver, aber dennoch wirkungsvoller Weise einen Bankraub in Szene setzte. Andere Filme innerhalb des Kinderkrimigenres funktionieren mit viel Action und ausgeklügeltem Einsatz der den Kindern mittlerweile zur Verfügung stehenden IT-Geräte. Darüber verfügen aber weder Robby noch Louisa, sie müssen sich ganz praktischer physischer Tricks bedienen und ihr Kombinationsvermögen aktivieren. Ganz in der Tradition alter Gangsterschule planen die kleinen Bankräuber ihren Coup – wobei der Film stets auf Augenhöhe der Kinder bleibt und jeden ihrer Schritte nachvollziehbar macht.

Die koproduzierenden Länder der »Kleinen Bankräuber«, Österreich und Lettland, haben keine ausgeprägte Kinderfilmtradition wie die Skandinavier. Hoffentlich wird der mehrfach ausgezeichnete Film einen Anstoß geben zur weiteren Förderung des Kinderfilms in den beiden Ländern. Und vielleicht sehen wir Robby ja dann bald seinen nächsten Coup durchführen – das Zeug dazu hätte er allemal.

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