Kritik zu Die Coopers – Schlimmer geht immer

© Disney

2014
Original-Titel: 
Alexander and the terrible, horrible, no good, very bad Day
Filmstart in Deutschland: 
09.04.2015
L: 
81 Min
FSK: 
keine Beschränkung

Das Chaos ist die beste Zeit: Die Verfilmung von Judith Viorsts beliebtem ­Kinderbuch über einen schlechten, gar nicht schönen, schwarzen Tag im Leben der Familie Cooper

Bewertung: 3
Leserbewertung
3
3 (Stimmen: 1)

»Bad Hair Day« werden im Englischen Tage genannt, an denen man lieber gleich im Bett bleiben möchte. Der 11-jährige Alexander (Ed Oxenbould) hat in Miguel Artetas Die Coopers – Schlimmer geht immer buchstäblich einen solchen »Schlechthaartag« erwischt: Morgens wacht er mit dem Kaugummi vom Vortag im Haar auf, und beim Aufstehen rutscht er auf seinem Skateboard aus. Von da an geht es kontinuierlich bergab: In der Schule kursiert eine kindische Fotomonage von ihm, im Chemieunterricht fackelt er beinahe das Klassenzimmer ab, und dann erfährt er auch noch, dass sein bester Freund Paul und sein heimlicher Schwarm Becky nicht zu seiner geplanten Geburtstagsparty kommen, weil Klassenkamerad Philip am selben Tag eine größere und bessere Party veranstaltet.

Alexander fühlt sich von seiner Familie unverstanden, denn für die anderen läuft es gerade blendend. Vater Ben (Steve Carell), der sich tagsüber um den Hauhalt und den zweijährigen Trevor kümmert, hat ein Vorstellungsgespräch bei einem Videospielentwickler, Mutter Kelly (Jennifer Garner) betreut die Veröffentlichung eines populären Kinderbuchs, sein ältererer Bruder Anthony (Dylan Minnette) steht vor der Führerscheinprüfung, und Schwester Emily (Kerris Dorsey) spielt die Hauptrolle in der »Peter Pan«-Schulaufführung. Vor dem Einschlafen wünscht Alexander sich noch, dass seine Familie auch mal einen »terrible, horrible, no good, very bad day« (so heißt es im Originaltitel) erlebt, damit sie sich in seine Lage versetzen kann.

Das ist im Grunde schon die ganze Geschichte des 20-seitigen Kinderbuchklassikers »Alexander and the Terrible, Horrible, No Good, Very Bad Day« von Judith Viorst und Ray Cruz aus dem Jahr 1972. In der gleichnamigen Disney-Verfilmung wird die Moral der Geschichte allerdings noch etwas aufgeschoben, bis amerikanische Familienwerte wiederhergestellt sind. Denn der folgende Tag, den es in der Vorlage nicht gibt, steht unter vollkommen veränderten Vorzeichen. Während sich für Alexander an seinem Geburtstag alles zum Besten wendet (Philip sagt seine Party ab), erleben die anderen Familienmitglieder eine Kata­strophe nach der anderen. Komödienspezialist ­Arteta (Chuck & Buck, Willkommen in Cedar Rapids) schraubt das Ganze nach dem Prinzip der Eskalation genüsslich ins Absurde: Am Ende des Tages hat Anthony eine Reihe Parkuhren rasiert, Ben läuft in einem albernen Piratenhemd herum, und im Wohnzimmer der Coopers liegt ein Alligator.

Mit seiner losen Episodenstruktur – und dem wissenden Alexander als Erzähler – versucht Arteta gar nicht erst zu verhehlen, dass sein Film auf einer eher dünnen Vorlage basiert. Er konzentriert sich auf Situationskomik, wobei auf das Ensemble um Steve Carell und Jennifer Garner Verlass ist. Jennifer Coolidge hat einen tollen Gastauftritt als boshafte Fahrlehrerin. An den Charme der Vorlage kommt Artetas routinierte Umsetzung nicht heran, aber dank ihrer hehren Disney-Werte erweist sich Die Coopers als Komödie, in die man endlich auch mal wieder die Kinder mitnehmen kann.

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