Kritik zu Carriers

© 20th Century Fox

2009
Original-Titel: 
Carriers
Filmstart in Deutschland: 
01.10.2009
L: 
85 Min
FSK: 
16

Das Ende ist verdammt nah . . . Auch in diesem Debütfilm, der davon erzählt, wie eine Virusinfektion die Menschheit vernichtet. Nicht die ganze: Eine kleine Gruppe Überlebender hat sich auf den Weg zur rettenden Küste gemacht

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Nach all den apokalyptischen Kino-Visionen der letzten Jahre, von »Land of the Dead« bis »I am Legend«, kann man bei der Story von »Carriers« schon fast von einer klassischen Ausgangssituation sprechen: Ein tödlicher, hoch ansteckender Virus hat fast die gesamte Menschheit ausgelöscht. Zwei junge Pärchen versuchen, die Küste zu erreichen, aus welchem Grund, ist nicht ganz klar – Hauptsache weit weg von anderen Menschen, die potenziell eine tödliche Gefahr darstellen. Ganz klar – und klassisch – auch, dass diese Reise nicht ohne Zwischenfälle und Verluste abgeht.

Seit dem Jahr 2007 lag das Endzeitdrama »Carriers« bei Paramount auf Eis. Offenbar wusste man nicht so recht, wie man den Film vermarkten soll: »Carriers« ist ein Viren-Thriller à la »28 Weeks Later«, nur eben ohne blutrünstige Infizierte. Womit irgendwie auch die Spannung und die dramaturgische Dringlichkeit abhandengekommen sind. Die Intention der Regiedebütanten Álex und David Pastor ist redlich: Sie wollen ohne Schockeffekte und Thrills auskommen und sich auf die Auseinandersetzungen, die Dynamiken zwischen den Überlebenden konzentrieren, die immer wieder vor die schwere Entscheidung gestellt werden, jemanden aus der Gruppe zurückzulassen, nachdem er infiziert wurde.

Leider aber trägt diese Idee den Film nicht. George A. Romero etwa hat in seinen Zombie-Filmen und dem Viren-Thriller »The Crazies« (1973) vergleichbare Konflikte ganz nebenbei abgehandelt – mit wesentlich eindringlicherem Effekt. »Carriers«  spielt fortwährend Varianten der gleichen Situation durch, ohne der Idee von einer Welt im Ausnahmezustand neue Seiten abzugewinnen – im Gegenteil: zahlreiche Momente kennt man aus den genannten Vorbildern, von der paramilitärischen Gruppe in luftdichten Schutzanzügen bis zu dem Wissenschaftler, der auf der Suche nach einem Heilmittel dem Wahnsinn verfällt.

Auch die Hauptfiguren sind nach altbekannten Schemata konstruiert: der zynische Macho – gespielt von dem als Captain Kirk zum neuen SF-Star aufgestiegenen Chris Pine –, der sensible jüngere Bruder, die egoistische Freundin. Und keiner von ihnen verhält sich anders, als man es erwarten würde. Mitgefühl für ihr Schicksal will sich beim Zuschauen jedenfalls nicht einstellen.

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