Kritik zu 3 Days to Kill

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Kevin Costner spielt einen CIA-Agenten, der nur noch kurze Zeit zu leben hat – und die mit seiner Tochter verbringen möchte. Doch dann kommt ihm ein letzter Auftrag dazwischen

Bewertung: 4
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3.5
3.5 (Stimmen: 2)

Erst wenige Stunden zuvor hatte der CIA-Agent Ethan Renner den Geschäftsmann Mitat, der seine Limousinen auch international gesuchten Verbrechern zur Verfügung stellt, noch verhört und ihm gewaltsam Informationen entlockt. Nun steht er plötzlich in dessen luxuriöser Wohnung. Er braucht Hilfe in familiären Dingen: Er muss den Club finden, in dem sich seine 16-jährige Tochter Zooey mit ihren Freunden trifft. Also wendet er sich an Mitats Töchter, die längst nicht so unwissend und unschuldig sind, wie ihr Vater glaubt. Auch Agenten und Gangster haben in der Regel eine Familie und damit neben ihren tödlichen Geschäften noch ganz alltägliche Probleme. Und die rücken nach und nach immer weiter ins Zentrum von McGs 3 Days to Kill. Zunächst ist es nur ein Anruf, den der von Kevin Costner gespielte Ethan Renner unbedingt machen muss. Zooey (Hailee Steinfeld) hat Geburtstag, und zu dem will er seiner Tochter, die er lange nicht mehr gesehen hat, gratulieren. Nur steckt er, der für die CIA unliebsame Personen ausschaltet, gerade mitten in einem Auftrag.

Dieser Prolog mutet geradezu klassisch an. So beginnen Actionfilme, deren Held zunächst einmal scheitern muss, um dann am Ende doch noch zu triumphieren. Doch schon in Renners Versuch, seine Tochter um jeden Preis zu erreichen, deutet sich eine erste Verschiebung an. Nur wenige Szenen später besteht dann nicht mehr der geringste Zweifel. Weder McG noch sein Produzent Luc Besson, der zusammen mit Adi Hasak auch das Drehbuch geschrieben hat, interessieren sich sonderlich für die Konventionen des Actionkinos. Natürlich verzichten sie nicht gänzlich auf Kampfchoreographien, Schusswechsel und Verfolgungsjagden. Doch die sind diesmal anders als in den auch von Besson initiierten Taken- und Transporter-Filmen nur schmückendes Beiwerk.

Nach dem misslungenen Einsatz wacht Renner im Krankenhaus auf und erfährt, dass er Krebs im Endstadion hat und ihm höchstens noch fünf Monate bleiben. Die will er nutzen, um seine Tochter, die er einst genauso wie seine Exfrau Christine (Connie Nielsen) wegen seines Jobs verlassen hatte, doch noch ein wenig kennenzulernen. So begibt er sich in Paris auf die Suche nach der Zeit, die er als Agent verloren hat. Eine herbstliche, durch und durch melancholische Stimmung erfüllt 3 Days to Kill. So wie Kevin Costner den alt und müde gewordenen CIA-Killer Renner spielt, weiß man schon bald, dieser Mann hat sein Leben verschenkt. Aber gerade das verleiht ihm eine gewisse Größe. Die Einsamkeit des Killers hat eben nicht nur eine existentialistische Dimension. Sie ist auch Ausdruck eines tragischen Irrwegs. Costner und sein Regisseur McG beweisen einen erstaunlichen Mut zur Sentimentalität, die hier geradezu etwas Berauschendes hat. Wenn Renner mit seiner Tochter noch einmal Kettenkarussell fährt oder ihr zunächst das Fahrradfahren und später dann das Tanzen beibringt, dann vergisst man fast, dass 3 Days to Kill eben auch ein Actionfilm ist.

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