Aktuelles
28.02.2026
Kristen Stewart über ihren Regie-Erstling »The Chronology of Water«: ein radikal persönlicher Film über weibliche Selbstermächtigung, künstlerische Autonomie – und das Ringen um eine eigene, unverstellte Stimme.
27.02.2026
Jim Jarmusch, geboren 1953 in Ohio, ist einer der profiliertesten US-Autorenfilmer und die ewige Verkörperung des Independent-Films. Für »Father Mother Sister Brother« erhielt er 2025 in Venedig den Goldenen Löwen.
25.02.2026
Ein starkes Generation-Jahrgang: Von der brasilianischen Zeitreise-Doku »The Fabulous Time Machine« über das berührende rumänische Roadmovie »Atlas of the Universe« bis zu empowernden Geschichten wie »Gugu's World« und »Ghost School«.
25.02.2026
»Staatsschutz« und »Traces« – Zwei politische Film gewinnen die diesjährigen Panorama-Publikumspreise.



Dann passiert das Leben
Hallo,
ich habe den Film mit meiner Frau zusammen angesehen. Altesmäßig ist das genau unser Thema - Übergang in den Ruhestand, das Leben neu sortieren. Die schauspielerische Leistung war sehenswert, trotzdem störte uns etwas: Das geschilderte Paar wirkte nicht wie ein Paar Mitte 60 aus der Gegenwart, sondern eher wie Leute aus unserer Elterngeneration, die dieses Alter vielleicht in den Neunzigern oder Nuller Jahren erreicht hatten Das lag zum Teil auch an dem Drumherum. Das Haus im besten Siebziger-Jahrestil ausgestattet. Wer hätte das 50 Jahre so gelassen? Mag sein, dass die Kacheln im Bad bleiben, aber Möbel und Tapeten hätte man doch längst gewechselt, wenn man in zweiter Generation in einem Haus aus den Siebzigern lebt.
Der Tod der "Rita" im Film machte zudem die Möglichkeit zunichte, den positiven Ausblick, der sich in der Story entwickelte, zu bewahren: Ein Paar musste sich durch die veränderte Lebenssituation neu definieren und geriet dadurch in eine schwere Krise. Doch das Paar schaffte es, zusammenzubleiben, und es schien am Ende des Films so, als ob sie es schaffen könnten, ihr Leben neu gemeinsam anzugehen... Das wäre doch ein gutes Ende gewesen. Doch nach dem Tod erzählt der Mann aus dem Off seiner verstorbenen Frau, wie er alleine weiter macht und erklärt ihr seine Liebe, was er der noch lebenden Ehefrau gegenüber nicht hinbekommen hat. Das ist leider nicht ganz glaubwürdig. Also: Guter Film, aber Schächen. Und das Ende ein bisschen verschenkt.