Aktuelles
19.08.2026
Werner Enke prägte mit »Zur Sache, Schätzchen« und seinem anarchischen Humor das Lebensgefühl einer Generation. Ein Rückblick auf den Schauspieler, Sprachkünstler und das unangepasste Kino der Münchner Gruppe.
17.08.2026
Russell T Davies spricht über seine neue Serie »Tip Toe«, wachsende Homophobie, Online-Hass und die Schattenseiten queerer Sichtbarkeit – und erklärt, warum gesellschaftlicher Fortschritt niemals selbstverständlich ist.
10.08.2026
Bella Ramsey und Neil Patrick Harris sprechen über Dreharbeiten wie im Ferienlager, die Vorbereitung auf ihre Rollen und warum Musik, Vertrauen und echte Emotionen den Film so besonders machen.
06.08.2026
Jutta Brückner hat als Autorin und Regisseurin den feministischen Zweig des Neuen Deutschen Films maßgeblich geprägt. Jetzt kommt eine neue Arbeit von ihr ins Kino. Claudia Lenssen blickt zurück.





"Die Vorkosterinnen"
Lässt der Beginn des Films noch auf ernstzunehmende Dramaturgie hoffen, sieht sich der Zuschauer im weiteren Verlauf der Handlung den üblichen Klischees der Nazifizierung ausgesetzt. In diesem Zusammenhang sei nur Theodor Kotullas Meisterwerk "Aus einem deutschen Leben" von 1977 erwähnt, der damals sogar auf dem Gelände von Auschwitz gedreht werden durfte - mit einem jungen und absolut überzeugenden Götz George als Lagerkommandant. Erst mit "Schindlers Liste" gelang Steven Spielberg knapp 20 Jahre später ein gleichermaßen überzeugender Film. Soldinis Bemühen scheitert schon zu Beginn mit der Einführung des mutmaßlichen Hitler-Chefkochs und der Einführung seiner rüden SS-Wächter, die das Probe-Essen der jungen Frauen überwachen. Von Max Riemelts Darstellung schweigt die Höflichkeit.
Anmerkung: Der Rezensent hat den Film in einem englischen Programmkino mit mehrmaliger Verspätung gesehen.