Aktuelles
23.01.2026
Lynne Ramsay zu ihrem jetzt auf Mubi erscheinenden Film »Die My Love«, über Punk, Schwangerschaft und Vertrauen am Set.
29.12.2025
Marie Bloching, geboren 1996 in Krefeld, ist Schauspielerin. Sie besuchte die Otto Falckenberg Schule für darstellende Kunst in München. Ihr Kinodebüt gab sie 2016 in »Radio Heimat«. 2021 bis 2024 spielte sie eine der Hauptrollen in vier Staffeln der Amazon-Serie »Die Discounter«. Im Film »Schwesterherz« ist sie ab 8. Januar zu sehen.
19.12.2025
Im Gespräch erklärt Regisseurin Hafsia Herzi, warum sie Fatima Daas' Roman verfilmt hat, wie sich innerer Monolog ins Kino übersetzen lässt und wie persönliche Erfahrungen ihre Arbeit mit Darstellerinnen prägen.




Toller Film - aber hätte er nicht ein besseres Ende verdient?
Toller Film – aber hätte er nicht ein besseres Ende verdient?
Der Film und vor allem seine wunderbar zur Story passenden Darsteller, allen voran Sandra Hüller als Maren und Peter Kurth als Markowski, bespielen eine Zeit, die man mit Fug und Recht als einmalig betrachten darf: Die letzten Monate eines Landes im Osten, welches die DDR schon nicht mehr war – und die BRD noch nicht. Alles scheint möglich im Sommer 1990, doch eben leider nur scheinbar.
Kurzerhand aber wird das angeblich sozialistische Staatsvermögen tatsächlich vergesellschaftet und dem westlichen Kapital mitsamt seinem Politmanagern ein Schnippchen geschlagen. Dem Ideenreichtum der “Volksgenossen” sind keine Grenzen gesetzt, neue Beziehungsformen werden ausprobiert, Jung und Alt arbeiten und leben vereint zusammen usw. usf.
Nur das Ende scheint mir schwach. Die Idee von der einsamen Insel, auf der Markowski den “Neuanfang” ausruft, aber “diesmal richtig”, finde ich noch ganz originell. Die Teddybärenproduktion im in Eigenregie übernommenen VEB dagegen kommt mir kitschig vor. Jeder ahnt ja fast automatisch – trotz allseits glücklicher Gesichter der Beteiligten – dass das letzlich kein “Happy End” werden wird, sondern nur der Beginn einer neuen Illusion – Insolvenz vorprogrammiert.
Warum lassen sich intelligente Filmemacher, wie es die von “Zwei zu Eins” zweifellos sind, nicht mehr einfallen? Z.B. eine Rückbesinnung auf den marxistischen Philosophen Ernst Bloch, etwa eine Neuinszenierung seiner Ideen von der “Konkreten Utopie”. Und in einem Handlungsverlauf, der solchen Gedanken nachspürte, würden dann bestimmt auch ein paar “Wessis” gerne mitmachen, denn bei weitem nicht nur “Ossies” stinkt die Totalvermarktung aller Werte und ihre immer schnellere Umwandlung in Höchstprofite. Bis heute.
Damit meine ich übrigens kein wie auch immer geartetes märchenhaftes Ausklingen, sondern eher ein Filmende, welches man gerne weiterdenken mag – auch wenn es nur angedeutet würde, etwa durch einen wie Markowski, der sich jenes zu Anfang der 1960er Jahre in der DDR plötzlich verfemten und in der Folge geflüchteten Ernst Bloch erinnerte. Motto: Prinzip Hoffnung – war da nicht mal was gewesen?!